Protokoll 268. Verhandlungstag – 8. März 2016

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Am heutigen Verhandlungstag geht es um mehrere Banküberfälle in . Als Zeugen sind Kriminalbeamte geladen, die zu ihren Ermittlungen aussagen. Dabei werden anhand von Lichtbildern sowohl der jeweilige Tathergang als auch die Fluchtroute nachvollzogen.

 

Zeugen:

  • Tim Ei. (Kriminalbeamter, PD Chemnitz, Überfälle in Chemnitz 1999 und 2004)
  • Frank Ri. (Kriminalbeamter, PD Chemnitz, Überfälle in Chemnitz 1999 und 2004)
  • Erhard Kö. (Kriminalbeamter, PD Chemnitz, Überfall auf die Sandstraße Chemnitz, 22.11.2005)
  • Frank Ho. (Kriminalbeamter, PD Chemnitz, Überfall auf die Sparkasse Sandstraße Chemnitz, 22.11.2005)

Der Verhandlungstag beginnt um 09:46 Uhr. Erster Zeuge ist Tim Ei., Kriminalbeamter von der PD Chemnitz. Götzl sagt, es gehe um mehrere Überfälle in Chemnitz: Barbarossastraße 71 am 06.10.1999, Limbacher Straße 148 am 27.10.1999, Albert-Schweitzer-Straße 62 am 14.05.2004 und Sandstraße 37 am 18.05.2004. Ei. solle berichten, mit welchen Ermittlungen er betraut gewesen sei und was die Ergebnisse gewesen seien, beginnen solle er chronologisch mit der Barbarossastraße. Ei. „Zu diesem Überfall kann ich sagen, ich war nicht beim ersten Angriff eingesetzt, unmittelbar nach der Tat, sondern habe erst am nächsten Tag die Ermittlungen als Sachbearbeiter übernommen. Es werden sicherlich einige Zeugenvernehmungen durchgeführt worden sein von mir, Hinweisgeber. Wir hatten Presseaufrufe veröffentlicht, es gab dann auch Zeugen, die sich gemeldet haben: Gibt es was zur Fluchtrichtung, zum Fluchtfahrzeug? Einfach um weitere Kenntnisse zu unseren Tatverdächtigen zu erlangen. Ich habe dann letztendlich die Ermittlungen bis zum Schluss geführt. Es endete damit, dass die Täter seinerzeit nicht ermittelt werden konnten.“

Vorhalt aus einem Vermerk zur Höhe der Beute: Die Angestellte übergab den Bargeldbestand der Handkasse: 5787, 59 DM an den Täter. Ei.: „Das resultierte im Prinzip aus den Ermittlungen der Post, was Kassen-Minusbestand [phon.] gewesen sein müsste.“ Götzl: „Sind Ermittlungen durchgeführt worden zu Umständen der Flucht?“ Ei.: „Ja, natürlich. Ich erinnere mich an eine Schülergruppe, die von einer Ausfahrt kamen. Die Schule war in relativer Nähe von der Postfiliale. Da hatten wohl Schüler was gesehen und konnten sagen, wohin sich unsere Täter entfernt hatten. Es gab auch den Abstellort eines Fluchtfahrzeugs in der Nähe der Post.“ Götzl: „Was konnte denn festgestellt werden?“ Ei.: „Wir sind davon ausgegangen, dass als Fluchtmittel ein Zweirad Simson aus DDR-Produktion genutzt wurde. Die Richtung von der Post weg in landwärtiger Richtung sind die Täter vom Tatort geflüchtet.“

Götzl fragt nach Spuren. Ei.: „Ja, ich erinnere mich, dass seinerzeit Schuhspuren gesichert worden sind. Ich vermute jetzt ganz stark, dass die am Schaltertresen gesichert worden sind, weil einer der Täter über den Tresen gesprungen ist.“ Götzl: „Mit Vermutungen sind wir schlecht bedient. Ist das festgestellt worden bei den Ermittlungen? Wenn Sie es nicht wissen, dann sagen Sie es. Vermutungen können wir uns sparen.“ Ei.: „Dann sage ich es so: Es sind Schuhspuren gesichert worden.“ Götzl: „Und wo?“ Ei.: „Ich möchte jetzt nichts Falsches sagen, es ist sehr lange her.“ Götzl: „Haben Sie sonstige Umstände in Erinnerung, bezogen auf den Überfall Barbarossastraße 71?“ Ei.: „Uns sind zwei Tatverdächtige mit schwarzem Vollhelm beschrieben worden, einer etwas größer, einer etwas kleiner. Es war ein Größenunterschied vorhanden. [phon.] Wir hatten verschiedene Hinweise abgeprüft, die uns allerdings nicht zum Täter geführt haben.“

Götzl fragt nach dem Überfall Limbacher Straße 148, 27.10.1999. Ei. „Bei diesem Überfall war ich schon im ersten Angriff eingesetzt und habe dann auch die weiteren Ermittlungen als Sachbearbeiter geführt bis zum Schluss, verschiedene Zeugenvernehmungen, Tatzeugen, eine Postangestellte vernommen. Im weiteren Verlauf dann Spuren abgeglichen und Hinweise geprüft.“ Vorhalt aus dem Schlussvermerk vom 19.09.2002: Gegen 11:40 Uhr bedrohten zwei maskierte Männer die beiden Angestellten mit Pistolen und erzwangen die Herausgabe von 62.870 DM. Ei.: „Ja.“ Götzl: „Kam es im Hinblick auf Umstände der Flucht zu irgendwelchen Ermittlungsergebnissen?“ Ei.: „Ja, wir hatten hier bessere Voraussetzungen, weil sich Zeugen vor der Filiale befunden haben, die die Täter dann beim Verlassen der Post gesehen haben, wie sie aufs Fluchtfahrzeug gestiegen sind. Und die weitere Fluchtrichtung konnte auch ermittelt werden, weil sich ein Zeuge bei uns gemeldet hat, dass die vorbei gefahren sind oder gelaufen [phon.]. Die Flucht der Täter verlief in stadtwärtiger Richtung und dann linksseitig über dortige Bahnschienen sind die Täter weitergefahren, da verlor sich zunächst die Spur.“

Götzl: „Und Fluchtfahrzeuge?“ Ei.: „Ja, das ist in Abgangsrichtung der Täter gefunden worden, in relativer Nähe zur Post, in einem dortigen Gebüsch. Das war, glaube ich, wenige Tage später. Das war mit anderem Kennzeichen versehen, etwas umgespritzt. Und die Täter hatten seinerzeit mit einem Feuerlöscher versucht, Spuren zu vernichten. Das Fahrzeug war ein TS 150 [phon.], das ist ein Motorrad aus DDR-Produktion.“ Ei. bejaht, dass es zu dem Überfall Lichtbilder gegeben habe: „Im Gegensatz zur Barbarossastraße hatten wir, wenn auch nicht sehr gute, Bilder der Überwachungskamera. Da waren die Täter drauf, mit Bekleidung, wie sie die Beute raustransportieren. Das war zu erkennen.“

Es folgt eine Inaugenscheinnahme von Lichtbildern, für die Ei. nach vorn an den Richtertisch geht. Ei. bejaht, diese Lichtbilder ausgewertet zu haben. Zu sehen sind als erstes zwei Schwarzweißbilder der maskierten Täter. Ei.: „Wir sehen hier eine Aufnahme im hinteren Bereich der Postfiliale. Und hier sind die beiden Tatverdächtigen abgebildet, wie sie hier nach links die Postfiliale verlassen. Hier ist noch zu erkennen, wie einer der Tatverdächtigen, Beute oder Tatmittel, eine Waffe, versucht unterm Hemd zu verstauen bzw. im Hosenbund.“ Zu den nächsten Bildern sagt Ei.: „Das ist die fortgesetzte Aufnahme der Überwachungskamera, einer hat die Filiale fast verlassen, der andere ist ein Stück hinterher. Hier haben wir die weitere Fortsetzung der Bilder, der letzte Tatablauf, wir sehen nur noch den zweiten Tatverdächtigen. Hier den zweiten Tatverdächtigen aus anderer Perspektive. Die Aufnahme der zweiten Überwachungskamera, die entgegengesetzt die Aufnahmen gefertigt hat. Hier ist auch deutlich zu sehen, wie der Tatverdächtige was verstaut, in seinem Hosenbund. Und hier nochmal aus der gleichen Perspektive, kurz vor dem Verlassen der Filiale, nur der zweite Tatverdächtige.“

Dann fragt Götzl nach dem Überfall auf die Sparkassenfiliale Albert-Schweitzer-Straße am 14.05.2004. Ei.: „Da war ich auch im ersten Angriff eingesetzt, habe die Ermittlungen dann auch geführt bis zum Schluss. Wir hatten dort den Sachverhalt, dass zwei bewaffnete Täter zur Mittagszeit die Sparkassenfiliale überfallen haben, bewaffnet mit Revolver und Pumpgun. Sie haben sich dort den Tresor aufschließen lassen und ca. 30.000, 40.000 DM erbeutet. Fluchtmittel waren zwei Mountainbikes, wie uns von Zeugen berichtet wurde. Die Filiale ist im Erdgeschoss eines Hochhauses, Neubaus. Wir konnten die Fluchtrichtung ein Stück verfolgen, wo dann irgendwo dann die Flucht nicht mehr konkretisiert werden konnte.“ Vorhalt: Aus der Handkasse und Tresor entwendeten sie 33.175 Euro Bargeld, 4.250 Euro in Reiseschecks American Express. Ei.: „Das ist korrekt, war mir entfallen.“ Es werden Bilder zu diesem Überfall am am Richtertisch in Augenschein genommen.

Ei.: „Diese Bilder hier dienten dazu, Erkenntnisse zur Tatbekleidung und mitgeführten Gegenständen zu liefern, deswegen wurde die Auswahl von mir getroffen. Auf den fortlaufenden Bildern wird der Tatablauf dokumentiert und wir wählen einzelne Bilder aus, auch um bei späteren Straftaten Abgleiche tätigen zu können. Nur kurz ein paar Worte: Man sieht hier die mitgeführte Waffe, die Pumpgun, erkennbar ist die Oberbekleidung, dass der Tatverdächtige mit einem Mundtuch maskiert ist, ein Basecap trägt, Brillenträger ist bzw. eine Brille trägt und eine Tüte, um die Beute zu verstauen. Wir haben ermittelt, die gehörte zu einem Baumarkt, den es in Chemnitz nicht gab, aber in Zwickau. Hier ist der zweite Tatverdächtige im Bild, analog mit Basecap bekleidet, trägt Brille [phon.], Tuch vor dem Gesicht, Oberbekleidung ist deutlich zu sehen. Und hier die Sparkassenangestellte, die hier zuvor ins Gesicht geschlagen worden ist, man sieht deutlich die Reaktion der Frau.“ Zum nächsten Bild sagt Ei.: „Und hier haben wir den zuerst gezeigten Täter nochmal, wie er den Sparkassenangestellten mit der Pumpgun bedroht. Uns diente die Aufnahme auch zu weiteren Ermittlungen zur Tüte aus diesem Baumarkt. Das Ganze im hinteren Bereich des Schaltertresens.“ [Auf dem Bild ist ein roter Pfeil auf die Tüte zu sehen.]

Ei. geht zum nächsten Bild über und sagt: „Anhand des Vermerks vom Kollegen sehe ich, dass uns mithilfe dieses Bildes geholfen werden sollte, die Herkunft dieses mitgeführten Rucksacks zu ermitteln.“ Zum nächsten Bild sagt Ei.: „Dieses Bild diente insbesondere dazu, Ermittlungen zu den mitgeführten Tatwaffen zu führen. Hier deutlich die besondere Stellung der Pumpgun, Lauf oben und unten nah beieinander. [phon.] Der zweite Täter führt einen Revolver bei sich und aufgrund der Waffenhaltung liegt die Vermutung nah, dass es sich um einen Linkshänder handelt, man sieht auch, wie der Hahn hier gespannt wird.“ Zum dann folgenden Bild sagt Ei.: „Dieses Bild ist ausgewählt worden für die weiteren Ermittlungen zur Pumpgun. Deswegen ist der Pfeil von mir angebracht worden. Aber im Vordergrund sehen wir auch nochmal deutlich den anderen Tatverdächtigen mit dem Revolver.“ Zu den nächsten zwei Bildern sagt Ei.: „Diese beiden Bilder dienen analog als Hilfsmittel bei den Ermittlungen zu dieser Pumpgun. Die Besonderheit im Laufbereich haben wir mit einem Pfeil markiert.“ [Zu sehen ist die gleiche Länge oberer und unterer Lauf.] Es folgt ein Bild, auf dem zu sehen ist, dass einer der Täter weiße Handschuhe trägt. Ei.: „Dieses Bild wurde speziell genutzt für Ermittlungen zu den von dem Tatverdächtigen genutzten weißen Handschuhe, um daktyloskopische Spuren zu verhindern. Deswegen der Pfeil hier.“

Götzl: „Dann nehmen Sie Platz.“ Ei. geht wieder zum Zeugentisch. Götzl: „Dann schließlich noch Sandstraße 37, 18.05.2004.“ Ei.: „Da war ich nicht im ersten Angriff eingesetzt, habe erst später die Ermittlungen übernommen. Die Filiale der Sparkasse war mir aber bekannt. Die Filiale befand sich in einem Container, einem Behelfscontainer. Die zwei Tatverdächtigen hatten dort die Filiale betreten und die Angestellten bedroht, den Tresor öffnen lassen. Als Tatmittel wurden wiederum zwei Mountainbikes genutzt, wie uns Zeugen beschrieben hatten. Die Täter haben seinerzeit 70.000 Euro erbeutet, Münzgeld blieb zurück. Die Fluchtrichtung verlief über ein angrenzendes Wohngebiet, eine Gartenanlage bis hin zu einem Garagenkomplex, wo sich die Spur der Täter verlief.“ Götzl: „Gab es Lichtbilder?“ Ei.: „Nein, den glücklichen Umstand hatten wir leider nicht. Die Zeugen haben uns aber die gleiche oder sehr ähnliche Beschreibung der Tatverdächtigen geliefert, die vier Tage zuvor die Sparkasse in der Albert-Schweitzer-Straße überfallen hatten. Bei Vorlage von Lichtbildern wurde uns mitgeteilt, dass es sich um die gleichen Tatverdächtigen wie beim vorangegangenen handelte. Vorhalt: Aus Handkasse und Tresor entwendeten sie 73.815 Euro, das Geld wurde von einem der Täter selbst entnommen. Ei.: „Wenn die Vermerke so lauten, ist das genau die Beute, die uns die Sparkasse in dem Fall übermittelt hat.“

NK-Vertreter RA Reinecke: „In der Limbacher Straße wissen Sie da noch was Besonderes? Wurde da die Tür verriegelt?“ Ei.: „Ja, das ist richtig, die Tatverdächtigen hatten seinerzeit einen Holzpflock an die Tür geklemmt, um nachfolgende Kunden daran zu hindern, die Filiale zu betreten.“ Reinecke: „Ist da eine Spur gefunden worden?“ Ei.: „Eine Schuhspur oder zumindest ein gepunkteter Abdruck. Und später haben wir ein Haar sichern können.“ Reinecke: „Ist das auf DNA-Spuren untersucht worden?“ Ei.: „Das war nicht ganz einfach, weil wir keine Haarwurzel hatten und 2004 ging das zu dem Zeitpunkt noch nicht mit einer erfolgreichen DNA-Untersuchung einher. Das ist dann irgendwann später gemacht worden, müsste mein Kollege beantworten.“ Reinecke: „Im Vermerk steht, dass nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft die DNA-Untersuchung nicht vorgenommen worden ist.“ Ei.: „Entschuldigung, hatte mich getäuscht. Das war ja 1999. Da ist die DNA-Untersuchung zurückgestellt worden. Es hat eine Untersuchung gegeben, aber das hat dann mein Kollege später veranlasst.“ Reinecke: „Der Herr Ri.?“ Nein, ein Kollege von mir, der müsste hier schon ausgesagt haben, das war der Herr Me.“ [208. Verhandlungstag] Um 10:27 Uhr wird der Zeuge entlassen.

Es folgt die Einvernahme des Zeugen Frank Ri. Götzl sagt, es gehe um die Überfälle Postfiliale Limbacher Straße am 27.10.1999, die Sparkasse Albert-Schweitzer-Straße 62 am 14.5.04 und die Sparkassenfiliale Sandstraße 37 am 18.5.2004: „Ich möchte beginnen mit 27.10.1999, Limbacher Straße.“ Ri.: „Wir sind im Zuge der Sofortmaßnahmen zum Tatort, das damalige Raubdezernat. Wir sind, kurz nachdem die Meldung übers Lagezentrum kam, mit einigen Kollegen und der Kriminaltechnik zum Tatort gefahren. Ich habe dort den Tatortfundsbericht geschrieben. Spurensicherung hat die Kriminaltechnik gemacht. Ich habe noch eine Tatortskizze angefertigt.“ Es folgt die Inaugenscheinnahme der Tatortskizze. Ri.: „Das ist die Skizze von dieser Postfiliale. Hier die Limbacher Straße, das ist stadtauswärts, das stadteinwärts. Nebenan die Konditorei Pietschmann, dahinter diese freie Fläche, da ist später eine Reifenspur gefunden worden von der Kriminaltechnik. Eingang hier und dann ist hier ein Holzpflock gelegen. Aber da kann ich mich nur erinnern, weil ich die Fotos gesehen habe, das ist 17 Jahre her. Und hier die Schalter mit Plexiglas, über den mittleren ist der Täter gestiegen, weil da keine Scheibe war. Und hier waren Überwachungskameras, wo der Sachbearbeiter später die Aufnahmen gesichert hat. Hier die Postfiliale, die gibt’s mittlerweile nicht mehr. Hier der Parkplatz, hier ist dieser Weg [phon.] und hier der stillgelegte Gleiskörper, wo die mögliche Fluchtrichtung eingezeichnet ist. Hier hat der Kollege eine Reifenspur gesichert. Wo die genau war, weiß ich nicht, müsste in dem Bereich gewesen sein.“ Es folgt die Inaugenscheinnahme eines Stadtplanausschnitts. Ri. sagt: „Ja, wie gesagt, da befindet sich hier, Ecke Kochstraße, ein alter Gleiskörper, ehemaliger Güterbahnhof Altendorf. Wenn ich vorgreifen darf, an der Ecke ist die später überfallene Sparkassenfiliale Albert-Schweitzer-Straße, das ist nur 200 m oder 500 m, jedenfalls ein geringer Weg. Wobei die Sandstraße hier oben ist.“ [Ri. zeigt auf eine weiter entfernte Stelle auf dem Plan.]

Es folgt dann eine Inaugenscheinnahme von Lichtbildern. Ri. erläutert die Bilder: „Das ist hier die Postfiliale. Das ist nochmal die Konditorei und hinter dem Haus ist die Freifläche zum stillgelegten Güterbahnhof. Das ist der Eingangsbereich, da liegt dieser Holzpfahl, dieser Vierkant. Hier hat der Kollege eine Spur fotografiert, die auf diesem Holzpfahl gewesen ist. Wenn man hier zum Eingang steht, kann man in den Schalterraum sehen. Der mittlere Schalter ist nicht mit Plexiglas versehen, der dann überstiegen worden ist, nur die beiden anderen. Hier hat der Kollege die Schuhspur gesichert. Wenn man drüber steigt, müsste man links reingehen und kommt in diesen Tresorraum. Das ist der Zustand des Tresors. Hier ein Beutel der Post, der war aufgerissen, hier hat der Kollege eine daktyloskopische Spur gesichert, ein Geldbeutel von der Post [phon.]. Der Schalterbereich von innen gesehen und wenn man jetzt nach außen geht, hier der Weg zum Gleiskörper. Das ist eine Schuheindruckspur, das hat der Kollege der Kriminaltechnik fotografiert. Hier kommen wir weiter zu dem Gleiskörper. Die ’25‘ müsste dann die Reifenspur sein. Ja, in der Legende: ‚Teileindruckspur, vermutlich Motorradreifen‘, hat der Kollege geschrieben.“

Götzl geht dann zum Überfall in der Albert-Schweitzer-Straße am 14.05.2004 über. Ri. nimmt wieder am Zeugentisch Platz. Ri.: „Also bei diesem Überfall war es ähnlich, wieder gegen Mittag. Ich bin mit Kollegen des damaligen Raubdezernats raus, es waren viele Kollegen mit, die haben viele Zeugen gehört, das war, glaube ich, der Überfall mit den meisten Zeugen. Ich habe auch selber eine Kundin vernommen, im Rahmen der Sofortmaßnahmen dort an dem Tag. Tatortarbeit haben die Kollegen von der Kriminaltechnik gemacht. Ich habe die Tatortskizze gemacht, Lichtbilder und einen Grundriss der Sparkassenfiliale.“ Es folgt die Inaugenscheinnahme von Skizzen und Lichtbildern. Als erstes ist ein Ausschnitt aus einem Stadtplan zu sehen. Ri.: „Vielleicht mal hier anfangen. Das ist nochmal die Übersicht ähnlich der vorherigen. Das war 2004, das andere 1999. Die Postfiliale ist diese hier, was wir besprochen haben. Und hier die Sparkassenfiliale an dieser Ecke im Hochhaus, mehrgeschossig, 14-stöckig oder so [phon.], unten im Erdgeschoss ist die Filiale drin gewesen. Ich weiß nicht, ob sie das noch ist. Kreuzung Am Karbel/ Albert-Schweitzer-Straße. Es ist vermutet worden aufgrund der Aussagen vor Ort, dass die Abgangsrichtung hier runter ist. Hier ist ein Verbindungsweg zu diesem Garagenkomplex, der Weg hat keinen Namen. Dann dieser Weg [phon.] und dann hier zum Gleiskörper. Zum damaligen Überfall ist das 400, 500 m.“ Ri. zeigt den Standort der Fahrräder.

Dann geht es um den Innenbereich der Sparkasse. Ri.: „Hier ist der Eingang, das ist auch der einzige Zugang. Das ging dann bis hinter zum Tresor, die haben da Monitore runtergeworfen von den Schreibtischen.“ Er habe eine Zeugin vernommen, so Ri., das habe er jetzt in der Akte gelesen. Die habe gesagt, dass die Leute relativ viel Druck gemacht hätten. Und eine Angestellte [phon.] habe gesagt, sie sollten doch bedenken, dass sie alle Familie haben. Ri.: „Dann Lichtbildmappe, diese Bilder habe ich angefertigt. Das ist die Sparkassenfiliale von außen. Da sieht man den Eingangsbereich, Geldautomat. Schalterraum.“ Ri. erläutert die Bilder aus dem Inneren der Filiale. Zu einem Foto sagt er: „Hier sieht man schon, da liegen Sachen rum in diesem Beratungsraum, weiß nicht ob das der mit den Monitoren gewesen ist.“ Ri. weiter: „Hier der Tresor, das Rollengeld, was sie liegengelassen haben.“ Zu einem weiteren Foto: „Hier sieht man, dass dort die Monitore runtergeflogen sind. Und die Zeugin, die ich vernommen habe, die hat das bestätigt, dass die so rabiat zu Werke gegangen sind und noch Druck gemacht haben, die Täter. Die hat auch eine kurze Waffe gesehen.“ Es folgen Fotos der vermuteten „Abgangsrichtung“ Richtung Gleiskörper, ehemaliger Güterbahnhof Altendorf [phon.]. Es folgen weitere Lichtbilder von einem Mountainbike. Ri.: „Zu diesen habe ich, muss ich gestehen, erst im Nachgang gelesen, ist ein Mountainbike aufgefunden worden im Bereich eines Kindergartens. Das hat das Polizeirevier sichergestellt und uns übergeben, ich habe das fotografiert. Zur eigentlichen Sicherstellung müssten wir in der Akte nachschauen, da kann ich nichts sagen.“

Götzl: „Dann zum Überfall Sparkassenfiliale Sandstraße 37 18.05.2004.“ Ri.: „Das Markante für mich persönlich war, dass es ja vier Tage später war nach dem 14. Mai, das war ein Freitag gegen Mittag. Damals hatten die Täter ja Beute gemacht und es war nicht damit zu rechnen, dass die sofort wieder kommen. Die Überraschung war groß, dass es sofort wieder zu einem Banküberfall kam. Die Filiale in der Sandstraße war ein älterer Flachbau, gibt es heute nicht mehr. Es war wieder kurz vor 12. Wir sind gerufen worden, es sind viele Zeugenvernehmungen gemacht worden und viele Gegenstände sichergestellt worden. Ich habe eine Skizze zum Umfeld gemacht und über die weiteren Befragungen herausgefunden, dass die Täter eine Fluchtrichtung über die Gartenanlage gewählt hatten. Wir haben dann weiter in der Gartenanlage ermittelt, da war ich am nächsten Tag nochmal und habe einen Gartenbesitzer ausfindig gemacht, der gesagt hat, dass die Täter sogar den gleichen Weg zur Filiale hingefahren sind. Das war die große Überraschung, dass er die nicht wegfahren, sondern hinfahren gesehen hat. Die Skizze vom Innenbereich habe in dem Fall nicht ich gefertigt, müsste die Kriminaltechnik gemacht haben.“

Es folgt wieder eine Inaugenscheinnahme. Als erstes ist wieder ein Stadtplan zu sehen. Ri.: „Das ist die Übersicht, hier verläuft die Sandstraße, die ist relativ winklig, eine relativ kleine, wenig befahrene Straße. Und hier zwischen Sandstraße und Bornaer Straße befindet sich diese Sparkassenfiliale, das heißt befand sich, da ist jetzt ein Neubau, das war damals eine behelfsmäßige Baracke. Wir haben erst mal ermittelt, ob die Abgangsrichtung hier war. Es hat sich aber in den Zeugenvernehmungen rausgestellt, dass die Abgangsrichtung hier gewesen ist. Da kommen wir dann auf die Wittgensdorfer Straße und hier biegt die Straße Zur Alten Gärtnerei ab. Und der Zeuge M., den habe ich vernommen, hat gesagt, dass die Täter kurz nach dem Überfall schnell mit den Fahrrädern hier runter sind. Wir haben weiter ermittelt in der ehemaligen Reichsbahngartenanlage [phon.], glaube ich. Hier ist ein Weg, da kommt man nur mit dem Fahrrad durch, nicht mit dem Auto. Es bestand die Vermutung, dass die Täter hier durch abgegangen sind. Und dann hätte man in Richtung Küchwald fahren können, die hätte man auch nicht verfolgen können, die wären weg gewesen. [phon.]

Am nächsten Tag habe ich den Zeugen A. in der Gartenanlage ausfindig gemacht und da hat sich rausgestellt, dass der Zeuge die Täter gesehen hat, wie sie hochgefahren sind, anstatt runter.“ Götzl: „Die Täter?“ Ri.: „Nein, er hat Verdächtige gesehen, die da mit Fahrrädern durch sind, so ist es natürlich richtig.“ Ri. erläutert kurz eine weitere Übersicht und geht dann zu Fotos über: „So das ist der Eingangsbereich, Kundenraum, der Schalter.“ Es folgen Fotos vom geöffneten Tresor. Ri.: „Das Rollengeld liegt noch drin.“ Zu den nächsten Fotos von außerhalb der Filiale sagt Ri.: „Und jetzt haben wir erstmal in alle Richtungen fotografiert, wenn man aus der Filiale rauskommt. Aber der Zeuge hat dann ja die Abgangsrichtung nach links gesehen.“ Ri. weiter: „Das ist die Rückseite der Filiale. Ein anderer Zeuge hat gesagt, dass hier die Fahrräder gestanden hätten. Da ist eine Boonekamp-Flasche gefunden worden, eine leergetrunkene. Noch eine Verpackung dazu. Das ist die Sandstraße, wo die Abgangsrichtung der Täter möglicherweise gewesen ist, wo der Zeuge die Täter abbiegen gesehen hat, das heißt die Personen mit Fahrrädern. Hier noch die Kreuzung. Alle anderen möglichen Abgangsrichtungen sind ja auch überprüft worden. [phon.] Das ist sehr verworren das Gebiet, als Ortsunkundiger findest Du dich da nicht zurecht. Das ist auch eine vermutete Abgangsrichtung gewesen zu dem stillgelegten Bahnkörper. Es geht immer weiter die Sandstraße entlang.“

Es folgt eine Tatortskizze mit Innenbereich. Zum nächsten Bild sagt Ri.: „Das ist das Bahnviadukt Wittgensdorfer Straße [phon.]. Da hat der Zeuge gesagt, die Personen sind hier rausgekommen und hier Zur Alten Gärtnerei abgebogen. Hier hat er die fahren sehen. Das ist die Straße Zur Alten Gärtnerei. Noch ein Stück weiter, immer noch, und und dann schließt dort diese Gartenanlage an. Hier hört die Straße auf, hier sind diese Poller und das ist dann als Fußweg geschildert. Das ist die Stelle mit dem Garten, wo der Zeuge A. gesagt hat, dass er zwei Personen gegen 11 Uhr in die Gegenrichtung wahrgenommen hat. Wenn man dann diesen Fußweg weiterläuft, kommt man am Küchwald raus. Hier ist wieder so ein Poller, man würde mit dem Auto nicht durchkommen. Das ist dann Hölderlinstraße und das endet dann am Küchwald, da könnte man dann in verschiedene Richtungen abgehen, das konnte dann nicht mehr ermittelt werden. Das ist der Beginn vom Küchwald.“ Ri. erläutert an einem weiteren Stadtplan noch einmal die vermutete Abgangsrichtung. Dann sagt Götzl: „Nachfrage zu diesem Überfall Postfiliale Limbacher Straße. Die gesicherte daktyloskopische Spur, hat sich daraus was ergeben?“ Ri.: „Kann ich nicht sagen, weil die Arbeit hat die Kriminaltechnik gemacht, die Ergebnisse sind mir nicht bekannt.“ Der Zeuge wird entlassen.

Nach einer Pause bis 11:23 Uhr geht es weiter mit dem Zeugen Erhard Kö. Götzl sagt, es gehe um einen Überfall auf die Sparkassenfiliale Sandstraße 37 am 22.11.2005. Kö. berichtet: „Also, ich war damals der Sachbearbeiter dieses Raubüberfalls. Ich war gleich am Tatort, habe dort auch einen Teil der ersten Zeugenvernehmungen durchgeführt und habe die weiteren Ermittlungen dann durchgeführt, Hinweise ausgewertet, Fotos, und letztendlich den Schlussbericht erstellt.“ Götzl: „Was haben denn die Ermittlungen ergeben?“ Kö.: „Wir hatten im Laufe der Ermittlungen festgestellt, dass dieser Überfall Teil einer Serie von Überfällen ist, die dort seit 1999 im Bereich Chemnitz stattgefunden hat und haben uns dort auf die Täterbeschreibung bezogen, die Art der Vorgehensweise, verwendete Waffen. Anhand der Fotos von Überwachungskameras haben wir Vergleiche angestellt und sind zu dem Schluss gekommen, dass es wahrscheinlich die gleichen Täter sind, die auch die anderen Sparkassen und Postfilialen überfallen haben. Leider keine positiven Ergebnisse, d.h. trotz umfangreicher Ermittlungen haben wir die Täter nicht ermitteln können.“

Götzl fragt nach der Beute am 22.11.2005. Kö.: „Nein, das war ein Versuch, die Zeugen haben darauf hingewiesen, dass es dort eine Zeitsicherung der Tresore gibt. Letztendlich sind die Täter dann ohne Beute geflüchtet.“ Götzl: „Mir geht es noch um Lichtbilder zu dem damaligen Überfall. Wir haben noch den Herrn Ho. geladen, der war für den Tatortfundsbericht zuständig, richtig?“ Kö.: „Das ist richtig.“ Götzl: „Ansonsten waren Sie damit befasst?“ Kö.: „Ja, ich habe am nächsten Tag den Tatort bei Tageslicht besichtigt und Lichtbilder gefertigt. Ansonsten habe ich Bilder der Raumüberwachungskamera in Form einer Lichtbildmappe in das Verfahren eingeführt.“

Es geht weiter mit der Inaugenscheinnahme von Lichtbildern. Es folgen zunächst wieder einige Fotos von außerhalb der in einem Containerbau befindlichen Sparkassenfiliale und der Umgebung.
Bild 11, so Kö., sei ein Auszug aus dem Stadtplan. Das Symbol zeige den kleinen Verbindungsweg von der Sandstraße in die Bornaer Straße runter. Und dieser Container befindet sich hier.“ Das nächste Bild ist ein größerer Ausschnitt des Stadtplanes mit der Lage des Sparkassencontainers. Bild 13 zeigt eine Schusswaffe. Kö.: „Ich habe anhand der Überwachungsbilder versucht herauszufinden, welche Waffe verwendet worden ist. Ich bin nach Rücksprache mit einem Kollegen, einem Waffenexperten, zu dem Ergebnis gekommen, das es sich möglicherweise um so eine Waffe handeln könnte. Ganz sicher ist es nicht, weil die Bilder unscharf sind.“ Das nächste Bild zeigt eine Pumpgun. Kö.: „Ebenfalls ein Bild einer Vergleichswaffe. Wir haben vermutet, dass es sich wahrscheinlich um eine solche Waffe handelte, mit Sicherheit konnten wir das nicht feststellen. In Bild 15 ist ein Rucksack abgebildet, wie ihn die Täter zur Tatzeit getragen haben. Wir konnten das anhand von Recherchen ermitteln, das es so ein Rucksack gewesen sein könnte. Bild 16: Ein Einkaufstüte von Saturn, eine solche Tüte hatte einer der Täter bei der Tatausführung bei sich.“

Es wird eine weitere Lichtbildmappe in Augenschein genommen. Kö.: „Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung von Aufnahmen der Raumüberwachungskameras, die den Tatablauf zeigen. Hier ein Täter im Bereich des Eingangs. Hier sehen wir, wie ein Täter im Bereich des Eingangs steht, man kommt hier rein. Man sieht die Angestellte von hinten, sie steht sozusagen am Tresen. Hier sieht man die gleiche Person im Eingangsbereich stehen. Und die schaut zum Tresen. Im Bild 3 sieht man diese Person, wie sie auf den Tresen zukommt, die Angestellte ist hinter dem Tresen. Im Bild 4 ist der Täter schon ein Stückchen näher dran, man sieht Maskierung und Jacke. Im Bild 5 hat der Täter den Tresen fast erreicht, er ist im Begriff seitlich vorbeizugehen. Im Bild 6 ist der zweite Täter zu sehen, man sieht aber nur eine dunkle Kapuze. Im Bild 7 ist der Täter mit einer dunklen Jacke zu sehen und dort ist auch der kurzläufige Revolver abgebildet. Das war der Hinweis nach einer solchen Waffe zu recherchieren und und ich bin darauf gekommen, dass es sich um die vorhin genannte Waffe handeln könnte.“ [Der Täter trägt die Waffe in der linken Hand und hat den Daumen am Hahn.] Kö.: „Bild 8: Beide Täter verlassen den Sparkassencontainer. Das Gleiche ist im Bild 9 zu sehen und auch im Bild 10.

Im Bild 11 ist der Täter mit der hellen Jacke schon an der Ausgangstür, der Täter mit dunkler Jacke folgt ihm. Bild 12: Deutlich zu sehen der aufgesetzte Rucksack. Bild 13: Der Täter mit der hellen Jacke, ebenso im Bild 14. Im Bild 15: Täter mit heller Jacke läuft in Richtung Tresen, man sieht auch die Angestellte. Bild 16: Täter geht um den Tresen herum. Bild 17: Beide Täter, die hinter dem Tresen stehen und mit der Angestellten reden. Bild 18: Beide Täter und der männliche und die weibliche Angestellte. Bild 19: Der Täter mit der dunklen Jacke hat eine Pistole und richtet die auf die Angestellte, das kann man aber nur vermuten, ist ein bisschen unscharf. Bild 20: Beide Täter. Bild 21: Beide Täter laufen in Richtung Kamera, im Prinzip Richtung Ausgang. Man sieht, dass der Täter mit der hellen Jacke eine längliche Waffe in der Hand hat. Bild 22, 23: Täter laufen auf die Kamera zu, ebenso auch in Bild 24.“

Dann wird Kö. die nächste Lichtbildmappe vorgelegt. Er erläutert: „Bild 1: Revolver 38 4 Kora [phon.] und auf Bild 2 Revolver 22W 2LT Kora [phon.], das sind vom Ansehen her ähnliche Revolver und ich hatte aufgrund der relativ schlechten Bildqualität vermutet, dass es sich um solche Waffen handeln könnte. Auch Nummer drei. Ich habe noch ein Vergleichsbild eingefügt, damit man Vergleiche anhand des Überwachungsbildes anstellen kann. Im Bild 5 Detailaufnahme, die größtmögliche Vergrößerung. Das ist recht unscharf, man kann aber Einzelheiten erkennen und so auf so eine Waffe schließen. Ebenso im Bild 6 ist der Revolver zu sehen, – hier steht fälschlicherweise Pistole -, wie er zur Drohung genutzt wird. Im Bild 7 weitere Aufnahme dieses Revolvers. Im Bild 8 analog eine Detailaufnahme. Alles Bilder von der Überwachungskamera. Im Bild 9 haben wir verschiedene Modelle von so genannten Pumpgun-Gewehren. Anhand der Bilder aus den Überwachungskameras habe ich vermutet, dass es sich um eine solche Waffe handeln könnte, Bild 9, 10,11. Bild 12: Bild der Überwachungskamera, der Täter in der hellen Jacke hat eine solche Waffe in der Hand. Bild 13: So eine Waffe nach unten gerichtet. [phon.] Bild 14 ist eine Detailaufnahme, allerdings, das muss ich sagen, aus dem Überfall 14.05.2004. Ich habe aufgrund der ähnlichen Bekleidung und ähnlichen Bewaffnung daraus geschlossen, dass es möglicherweise die gleichen Täter sind und das deswegen als Übersicht hier eingefügt, Bild 14 und 15.

Bild 16: Übersichtsaufnahme des Rucksacks mit der Aufschrift Fortune. Hier eine Vergleichsaufnahme der Überwachungskamera, der Täter in der hellen Jacke trägt einen solchen Rucksack. Die Aufnahmen sind aber schwarzweiß, bei der Farbgebung konnten wir uns also nicht sicher sein. Bild 18: Hier haben wir versucht, die Aufschrift hervorzuheben, unscharf, aber man kann hier die Aufschrift lesen. Bild 19: Eine weitere Detailaufnahme dieses Rucksacks. Man sieht hier ein Graufärbung, das könnte übersetzt schon ein blauer Rucksack gewesen sein. Bild 20: Detailaufnahme nochmal von dem Täter mit heller Jacke, Rucksack auf dem Rücken. Bild 21: Nochmal Rucksack, näher abgebildet, aber mit gewisser Unschärfe. Bild 22: Gleiches aus einer anderen Perspektive bzw. anderer Zeit. Bild 23: Gleiches. Rückansicht des Täters mit dem Rucksack. Bild 24 zeigt nochmals den Täter in heller Jacke, ein bisschen näher, man kann Vermummung, Sonnenbrille und Kapuze sehen. Bild 25: Detailaufnahme vom 14.05.2004 in der anderen Sparkasse. Auch hier sieht man deutlich diesen Pistolengriff dieser Pumpgun und dass da kein Kolben dran ist. [phon.] Daraus habe ich geschlossen, dass es sich wahrscheinlich um die gleichen Täter handelt. Bild 26: Ebenfalls vom 14.5., Detailaufnahme eines Revolvers. Bild 27: Vom 14.05.2004 der Ausschnitt der Überwachungskamera, wo man die Jacke sieht und den Rucksack. Bild 28: Vom gleichen Überfall, 14.5.2004. Detailaufnahme, wo man die Jacke deutlich sieht, dass die ähnlich ist wie die vom Überfall im November. Und nochmal Detailaufnahme, die Jacke und Rucksack zeigt.“ Der Zeuge wird um 11:47 Uhr entlassen.

Es folgt der Zeuge Frank Ho. Götzl sagt, es gehe um den Überfall Sparkassenfiliale Sandstraße 37, Chemnitz, am 22.11.2005. Ho.: „Wir waren zum damaligen Zeitpunkt für den ersten Angriff zuständig. Es ist Alarm eingelaufen im Lagezentrum und dann mussten wir da ausrücken dahin. Dort wurden dann alle ersten Maßnahmen durchgeführt. Ich war sicherlich nicht der einzigste, ich war für die Bilder, die Fotos zuständig und für die Spuren am Tatort.“ Es folgt die Inaugenscheinnahme einer Lichtbildmappe. Ho. erläutert zunächst die Außenaufnahmen [die Fotos sind in der Dunkelheit aufgenommen, es sind teilweise Schneeflocken zu sehen], dann die Innenaufnahmen und benennt jeweils die Räume. Zu Bild 8 sagt er: „Hier ist nochmal ein Schreibtisch bzw. Büro mit verschiedenen Unterlagen, die auf dem Fußboden liegen.“ Die letzten Bilder zeigen dann Tresorraum und Tresor. Nach den Erläuterungen durch Ho. sagt Götzl: „Dann würde ich Sie bitten, dass Sie mir das wieder aushändigen.“ Ho. nimmt wieder Platz. Der Zeuge wird entlassen. Der Verhandlungstag endet um 11:55 Uhr.

Das Blog „nsu-nebenklage“:
Heute sagten mehrere Kriminalbeamte aus Sachsen als Zeugen aus, die seinerzeit Ermittlungen zu den Raubüberfällen des NSU auf Post- und Sparkassenfilialen in Chemnitz und Zwickau durchgeführt hatten. Damals waren zwar Bilder von Überwachungskameras, auch Schuh- und Reifenspuren gesichert worden, aber den Tätern kam man nicht auf die Spur. Die Zuordnung der Taten zum NSU erfolgte später durch das BKA über die in der NSU-Wohnung in Zwickau und im Wohnmobil in Eisenach gefundenen Kleidungsstücke, Waffen und Beute-Teile, die mit denen von den Taten übereinstimmen.“

http://www.nsu-nebenklage.de/blog/2016/03/08/08-03-2016/

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