Von Autor*innenkollektiv Feministische Intervention (AK Fe.In), April 2026
Lediglich 110 von 243 CSDs und Prides im Jahr 2025 verliefen ohne dokumentierte Vorfälle, also ohne anlassbezogene (extrem) rechte Demonstration oder Kundgebung und ohne bekannt gewordene Angriffe, Beleidigungen, Bedrohungen gegen den CSD direkt. Das entspricht deutlich unter der Hälfte (45,2 Prozent). Bei 17 CSDs gab es rechte Versammlungen, aber keine Störungen (7,00 Prozent); bei 35 CSDs rechte Versammlungen und Störungen (14,40 Prozent) und bei 81 „nur“ Störungen, aber keine rechte Demo (33,33 Prozent). Außerdem gab es bei 13 CSDs eine belegbare Vorgeschichte rechter Angriffe und Mobilisierungen im Kontext des CSD, die Dunkelziffer ist hier immens. Wie schon im von uns analysierten Vorjahr 2024 zeigt sich in unserer Auswertung des Jahres 2025 ein starkes Stadt-Land-Gefälle in der Gefährdungslage der CSDs. Allerdings gab es auch bei den größten Prides in Köln, Berlin, Stuttgart, Hamburg und München (extrem) rechte Versammlungen, Kundgebungen christlicher FundamentalistInnen und Störungen am Rand.
(Das Fazit zur Pride-Saison 2024 von AK Fe.In findet ihr hier, einen Podcast mit AK Fe.In zur Analyse 2024 findet hier und ein Zwischenfazit zur Pridesaison 2025 hier.)
Bitte beachtet die „Hinweise zu den Daten“ am Ende des Textes!
Das AK Fe.In hat sich seit der letzten Auswertung der rechten Angriffe auf CSDs 2024 vergrößert und kann jetzt systematischer alle Regionen in Deutschland mehr oder weniger gut abdecken. Im Folgenden fassen wir – nach einer kurzen Beschreibung der Gesamtsituation und einem Ausblick auf die Pridesaison 2026 – die Situation in jedem einzelnen Bundesland zusammen und schauen auf für das Bundesland exemplarisch stehende CSDs. Wir hoffen damit, den regional sehr unterschiedlichen Situationen, Gemengelagen und Gefährdungseinschätzungen für die CSDs selbst Rechnung zu tragen. Gleichzeitig ergibt sich insgesamt ein Panorama all dessen, was im Jahr 2025 gegen CSDs und deren Teilnehmer*innen von unterschiedlichster Seite aufgefahren wurde.
Rechte Akteure
Insgesamt gab es 2025 bei 21,40 Prozent aller CSDs eine anlassbezogene rechte Demo beziehungsweise Kundgebung. Im Jahr 2024 hatte es bei 15 Prozent der CSDs (32 von 209) rechte Versammlungen gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich jedoch eine deutliche Abnahme in der Anzahl der Teilnehmenden bei organisierten (extrem) rechten und insbesondere neonazistischen Aufmärschen: Es gab lediglich zehn extrem rechte Demonstrationen, die um die oder über 100 Teilnehmende mobilisieren konnten. Dennoch waren über die Saison verteilt und dezentral erneut mehrere Tausend Neonazis auf der Straße, um gegen queere Sichtbarkeit zu demonstrieren. Gleichzeitig ließ sich erkennen, dass die altbekannten rechten Kleinstparteien, insbesondere Die Heimat / JN, die neonazistischen Aktivitäten gegen CSDs einhegten und homogenisierten: Mehr Demonstrationen als 2024 verwendeten Slogans, Design und Transparente der Jungen Nationalisten. Deren Kampagne „Familie, Heimat, Nation – statt CSD und Perversion“ und ihr antisemitisches und queerfeindliches Motiv „Aus Anne wird Frank …“ sind schon seit einigen Jahren existent, fanden aber erst im Sommer 2025 in der Online-Mobilisierung gegen CSDs bundesweit Verbreitung.
Dass sich die Mobilisierungen gegen CSDs homogenisierten und teilweise professionalisierten, führte dazu, dass Online-Mobilisierung auf der einen und die Situation auf der Straße auf der anderen Seite weiter auseinander klaffen. An vielen Orten hetzten teilweise neu geschaffene Instagram- und TikTok-Accounts massiv gegen lokale CSDs mit schnell angepassten und aktualisierten Sharepics und bewarben ihre angeblich kommenden queerfeindlichen „Antworten“ – dann folgte aber entweder gar keine oder nur eine ganz kleine Demonstration oder Kundgebung am Tag des CSD. Dabei wurden einzelne neonazistische Aufmärsche zu einem überregionalen Event hochgepusht: In Chemnitz und Magdeburg traten überregional prominente Szenegrößen als Redner auf, in Bautzen und Magdeburg boten Musikacts zusätzliche Unterhaltung. Und während sich in der bundesweiten Gesamtschau ganz klar eine Zuspitzung in den ostdeutschen Bundesländern feststellen lässt, so zeigt ein genauerer Blick auch, dass es teilweise ältere Neonazikader aus Westdeutschland waren, die aktionsorientierte Neonazis aus Dortmund oder Schleswig-Holstein zu den Aufmärschen in Magdeburg (Sachsen-Anhalt), Grevesmühlen (Mecklenburg-Vorpommern) oder Bautzen (Sachsen) mobilisierten. Zudem stellten die erfahrenen Kader von Die Heimat oder JN oft die Infrastruktur, organisierten den Lautsprecherwagen oder Soundtechnik und meldeten die Versammlung an, während die Online-Mobilisierung von jüngeren Gruppen wie den verschiedenen „Revolte“-Gruppen besorgt wurde.
Aus dieser Gemengelage erklärt sich, warum in vielen Medienberichten wie auch in der Auswertung der CeMAS [1] die aktionsorientierten Jugendgruppen viel Platz einnehmen, ihre organisierte Straßenpräsenz und Mobilisierungsfähigkeit aber weiterhin begrenzt sind. Ähnliches ist bei einem starken medialen, manchmal auch voyeuristischen Fokus auf die jungen weiblichen Neonazis zu sehen: Während ihre Internetauftritte „analysiert“ und skandalisiert werden, sind systematische Erfassungen der Geschlechterverhältnisse bei rechten Versammlungen und Störungen rar. Unsere Beobachtungen vor Ort und das gesichtete Bildmaterial kommen im Gegensatz zur medialen Präsenz der jungen rechten Frauen eher zu der Einschätzung, dass in der Mehrzahl der (extrem) rechten Versammlungen höchstens um die 15 Prozent Frauen und Mädchen teilgenommen haben. Und bezüglich der Störungen sind es nahezu ausschließlich Männer der weißen Mehrheitsgesellschaft, von denen berichtet wird, dass von ihnen Beschimpfungen und Angriffe ausgingen.
In der quantitativen Auswertung der rechten Akteure fällt auf, dass die AfD als Organisation an nur sehr wenigen – nämlich sechs – Orten in der Mobilisierung oder Anmeldung präsent war. Das bedeutet aber nicht, dass die Partei keine Rolle für das Anheizen einer queerfeindlichen Stimmung spielen würde. Im Gegenteil: Die AfD hat 2025 ihre Kampagne zum „Stolzmonat“ deutlich intensiviert, auch arbeiten ihre Abgeordneten da, wo sie in Landes- oder Kommunalparlamenten vertreten sind (also nahezu überall bundesweit), energisch daran, CSDs und Prides zu verhindern. Sie stellen parlamentarische Anfragen, die die Finanzierung hinterfragen sollen, sie setzen liberale und konservative Kooperationspartner und Allies, die auf CSDs mitlaufen oder dazu aufrufen, unter Druck und sie stellen Anträge gegen das Hissen von Regenbogenflaggen an öffentlichen Gebäuden. Gerade die Regenbogenfahnen werden immer mehr zum umkämpften symbolischen Gut, viele der lokalen Auseinandersetzungen drehen sich um die Beflaggung im öffentlichen Raum. Die AfD inszeniert sich damit als zentraler Akteur gegen queere Sichtbarkeit, oft mit der CDU/CSU und anderen konservativen Akteuren als Verbündeten. Die in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern anstehenden Landtagswahlen werden dieses Problem voraussichtlich verschärfen, so wie auch 2024 Wahlkämpfe konservativen und extrem rechten Akteuren ein Handlungsfeld boten.
„Störungen“ und Kipppunkte
Die reine Analyse der angemeldeten (extrem) rechten Versammlungen vermittelt weiterhin ein unvollständiges und damit verharmlosendes Bild der Gesamtlage dessen, was CSD-Teilnehmende und Organisator*innen mittlerweile als neue Normalität annehmen müssen. Im Vergleich zum Jahr 2024 ist der Anteil der in irgendeiner Weise gestörten CSDs jedoch eindeutig gestiegen, von 32,50 Prozent auf 47,73 Prozent. Unserer Einschätzung nach ist die dafür notwendige Dokumentationslage, die auch Angriffe und Störungen abseits angemeldeter rechter Versammlungen erfasst, seit 2024 deutlich besser geworden, dennoch ist es weiterhin nicht möglich, die Bedrohung von CSDs durch das breite Feld dessen, was wir als „Störungen“ bezeichnen, exakt zu beschreiben. Klar ist, dass sich aus einer Zusammenschau der vielen unterschiedlichen Quellen (dazu unten mehr) ein Bild ergibt, bei dem Störungen eher die Regel als die Ausnahme sind. Der Eindruck ist: Kaum ein CSD ohne den einen oder anderen Hitlergruß am Rande. Dabei gibt es Regionen, wo eine Gemengelage herrscht, in der die Störungen des CSD durch Anwohner*innen, Unbekannte, Nazi-Kleingruppen oder betrunkene „Schaulustige“ dazu beitragen, dass die angemeldete Neonazidemo nicht das zentrale Problem ist.

Anwohner mit AfD-Plakat im Fenster filmt den CSD in Sonneberg, Thüringen, ab. (c) Queerantifa Thüringen
Denn wenn die Polizei ihren Job macht, die gewaltbereiten Neonazis weiträumig abschirmt und so eng begleitet, dass der CSD von der rechten Versammlung ungestört stattfinden kann, dann sinkt auch das reale Bedrohungspotenzial. Aber der CSD ist erst wirklich vorbei, wenn alle sicher zuhause sind. Immer wieder gab es in Abreisesituationen brenzlige und bedrohliche Situationen, Angriffe und Übergriffe, Begegnungen mit Neonazis, queerfeindlichen betrunkenen Fußballfans und Heimwege über Bahnhöfe, wo die Stimmung aggressiv und feindselig war. Die Polizei hatte dann viel zu oft bereits die eigene Abreise angetreten. Solche Tagesabschlüsse mildern für CSD-Teilnehmende den Effekt des gemeinsamen Pride-Events als starke und große Community. Sie schmälern das empowernde Erlebnis, das kollektive queere Sicht- und Hörbarkeit bietet. Die Erinnerung an die aktuelle gesellschaftliche Realität ruft sich dann bereits auf dem Nachhauseweg laut und grölend in Erinnerung.[2] Die Entwicklungen und Erfahrungen aus 2025 haben aber auch gezeigt: 2025 gab es mehr CSDs als 2024, viele CSD-Organisator*innen haben Bündnisse vergrößert, ihre Sicherheitsvorkehrungen ausgebaut. Antifaschistische Demonstrationen explizit gegen die rechten Versammlungen und, wenn möglich, oft auch räumlich zwischen Nazis und Pride positioniert, gab es in Halle, Saarbrücken, Berlin-Friedrichshain, Bautzen, Kaiserslautern und in vielen anderen Orten. Gerade wo sich das zahlenmäßige Kräfteverhältnis zwischen (extrem) rechten Aufmarschteilnehmenden der Zahl der CSD-Teilnehmenden annähert, drohen gefährliche Kipppunkte, die auch alle Wege und Situationen außerhalb der Demonstrationen zu unkalkulierbaren Risiken machen. Hier eine räumliche Distanz durch Gegenpräsenz zu schaffen, ist nicht nur symbolisch empowernd, sondern erhöht Sicherheit und Spaß enorm.
Ausblick 2026: Mehr Schikane, mehr Widerstand
Obwohl für die (extreme) Rechte 2025 der eine große Mobilisierungserfolg ausblieb, stellte das letzte Jahr insgesamt eine Verschiebung der Normalität dar: Rechte Angriffe im Vorfeld, Sachbeschädigungen und Drohungen sowie Online-Mobilisierungen sind so flächendeckend vorgekommen, dass alle Organisator*innen sich mit einem Szenario auseinandersetzen müssen, in dem Neonazis oder auch unbekannte queerfeindliche Akteure die Veranstaltung insgesamt bedrohen. Aus rechter Sicht ist so mit minimalem Aufwand – ein paar Sharepics gebastelt, einmal Sprühen, ein paar CSD-Plakate zerstört – maximaler Erfolg erzielt, denn die Bedrohung wird immer normaler und gleichzeitig weniger vorhersehbar. Welche der unzähligen Online-Kampagnen am Ende zu einem Kipppunkt-Ereignis führen wird, ist nicht genau vorherzusagen, jedoch sind die Faktoren, die dazu führen können, immer die gleichen: In kleinen Orten mit kleinen CSDs und gut vernetzter Naziszene, erfahrenen Kadern von Die Heimat / JN und aktiver jüngerer Szene ist es wahrscheinlich, dass irgendetwas passiert. Zudem gibt es immer mehr Orte, in denen eine längere Vorgeschichte von neonazistischer Raumnahme und queerfeindlichen Angriffen durch verschiedene Akteure zusammenkommen. Neonazis können dann den CSD als Angriffsziel nutzen, auch wenn es keine organisierte Mobilisierung gibt, so geschehen etwa in Neubrandenburg.

Munich Pride 2025 (c) Robert Andreasch
Ein Aspekt, der seit 2024 zugenommen hat, ist die Schikane durch kommunale oder Landes-Verwaltungen. Jüngstes Beispiel ist die Weisung der Landesdirektion Sachsen an die Stadt Dresden, das traditionell zum CSD gehörende Straßenfest nicht mehr als politische Versammlung anzuerkennen – mit allen dazugehörigen finanziellen und logistischen Konsequenzen. In Sachsen-Anhalt belegten Ordnungsämter (und teilweise die Polizei) die CSD-Organisationen mit einer Vielzahl von Auflagen, die die grundlegende Versorgung der Veranstaltung mit Strom, Gastronomie und Toiletten behinderten. Der CSD in Schönebeck wurde vorzeitig abgebrochen. In Rheinsberg (Brandenburg) verhinderten AfD und CDU gemeinsam eine finanzielle Unterstützung durch den Kreistag.
Unsere Gespräche mit CSD-Organisator*innen, antifaschistischen Queers und Allies in vielen Bundesländern haben auch gezeigt, dass der Mehrwert von solidarischem Austausch und überregionaler Vernetzung sowie der Wille, voneinander zu lernen, ungebrochen groß sind. Gerade an jenen Orten, wo sich die Kräfteverhältnisse gefährlich verschoben haben und Kipppunkte drohen, ist die solidarische Anreise von außerhalb nicht nur gern gesehen, sondern eine notwendige und vernünftige Praxis – solange die lokalen CSD-Organisationen in alle Entscheidungen eingebunden sind, Anreisende die Prides nicht für eine andere Agenda vereinnahmen oder CSDs von dominant auftretenden „Allies“ überrannt werden. Insofern gilt auch für 2026: Kleine CSDs sind Goldstaub und gelebter Widerstand gegen die rechte Raumnahme. Große CSDs gilt es zu repolitisieren: Wir müssen die Überschneidungen und die gemeinsamen Praxen von Antifaschismus, Feminismus und Queerpride nicht nur wahrnehmen sondern ausbauen.
Die Bundesländer im Einzelnen
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Hamburg – Bremen – Bremerhaven
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg verliefen höchstens 11 von 24 erfassten CSDs störungsfrei. Im Ländle zeigte sich ein vielseitiges Bild an Anfeindungen und Störungen gegen CSDs. So gab es zwei Neonazi-Kundgebungen (Pforzheim und Bad Mergentheim), vereinzelte Aktionen von christlichen FundamentalistInnen [3] sowie zahlreiche Anfeindungen vor, nach und während der Prides.
Pforzheim

In Pforzheim versammelten sich etwa 90 Neonazis (c) Len Schmid
Die größte Neonazi-Mobilisierung in Baden-Württemberg gab es gegen den CSD in Pforzheim. Dort versammelten sich rund 90 Neonazis, unter anderem Mitglieder und Umfeld der Partei Die Heimat und der „Black Elite Brotherhood“. Gleichzeitig demonstrierten Akteure aus dem christlich-fundamentalistischen Spektrum auf der anderen Seite gegen die Pride.[4] Am selben Tag marschierten in Bad Mergentheim Neonazis der Kleinstpartei „Der III. Weg“ gegen den dortigen CSD auf.
Esslingen
Beispielhaft für die Bandbreite an Angriffen, Störungen, Anfeindungen und Bedrohungen bei CSDs können die Ereignisse rund um den CSD Esslingen genannt werden, wo es eine Vielzahl an unterschiedlichen Vorfällen gab: Im Vorfeld wurden Plakate zerstört Während der Pride versuchte ein Mensch aus seinem Fenster die Demonstrierenden zu bespucken und mit einer Soft-Air-Waffe auf CSD-Teilnehmende zu schießen. Ein Passant trat bedrohlich auf und hatte eine Sturmhaube dabei und zum Ende der Veranstaltung hin versuchten Jugendliche, eine Drag-Queen mit Eiern zu bewerfen. Diese Vorfälle in Esslingen machen deutlich, dass die Bedrohungen gegen CSDs sich durch ihre Vielseitigkeit und Gleichzeitigkeit auszeichnen und dass es keiner organisierten Neonazi-Mobilisierung bedarf, um CSD-Teilnehmende anzugreifen oder einzuschüchtern.
In Baden-Württemberg wurde auch deutlich, dass genau diese Einschüchterungsversuche erfolgreich sein können: Die Emmendinger Stadtbibliothek hat beispielsweise aus Sorge über Shitstorms und weitere Anfeindungen die Idee einer Draglesung im Rahmen der Pride-Weeks verworfen.[5]
Bayern
In den Gemeinden des Freistaats haben 2025 insgesamt 45 CSD-Veranstaltungen stattgefunden. Nur 27 blieben unbehelligt. Das lag zum Einen an rechten Versammlungsanmeldungen: Beispielsweise führte die AfD in Würzburg am 27. Juni, dem Vorabend des dortigen CSDs, eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Stolz statt Pride“ durch. In München veranstaltete die extrem rechte Gruppe „Christkönigtum“am 28. Juni eine kleinere Versammlung („Kreuz statt Pride“) gegen die Munich Pride. Die Neonaziszene mobilisierte im Jahr 2025 in Bayern offen nur in Schweinfurt (hier organisiert von JN/NPD) gegen den dortigen CSD. Ihre Kundgebung und der anschließende Aufzug, der hinter der CSD-Demonstration herlaufen durfte, blieben sehr klein. Auf der anderen Seite gab es massive Störungen, teils mit hohem

Gegen den Münchner CSD versammelten sich Anhänger des rechtskatholischen Vereins Christkönigtum e.V. unter dem Motto „Kreuz statt Pride“ (c) Robert Andreasch
Organisationsgrad. So rotteten sich unter anderem in Schwandorf und Memmingen Grüppchen von Neonazis am Rande der Prides zusammen. In Nürnberg warfen Neonazis am Ende der Laufstrecke des CSDs eine Regenbogenfahne von einem Dach, hissten eine große Deutschlandfahne und zündeten Rauchtöpfe. In Ebersberg zeigten Jugendliche am Straßenrand gegenüber den 500 CSD-Teilnehmenden Hitlergrüße. In Miltenberg wurde aus einer Wohnung zweimal Wasser auf die Pride gekippt.
Störungen durch Unbekannte gab es bei mehreren CSD-Versammlungen in Bayern, es wurde von verbalen Beschimpfungen und Drohungen gegen Teilnehmende berichtet. In Regensburg führten Hinweise der Polizei über eine befürchtete Bedrohungslage zu einer sehr starken Verkürzung der ursprünglich geplanten Demoroute. Demnach hatte wohl eine Person auf TikTok angekündigt, mit einem Auto einen Anschlag auf einen CSD zu begehen. Anders als zunächst behördlich kommuniziert, soll dies aber keine explizite Drohung gegen den Regensburger CSD gewesen sein.
Dass es in Bayern quasi flächendeckend eine queerfeindliche und antifeministische Stimmung gibt, zeigte sich 2025 auch an einer Vielzahl von Hasskommentaren in den sozialen Medien, an queerfeindlichen Leserbriefen oder an der Zerstörung von Plakaten im Vorfeld der örtlichen CSD-Veranstaltungen. Nicht nur die Stadt Hof erlebte im Mai 2025 auf ihrem offiziellen Facebook-Account einen massiven Shitstorm, nachdem sie dort gepostet hatte, dass sie vor dem Rathaus eine Regenbogenfahne gehisst hat. In Mühldorf wiederum hatte sich die Gemeinde ausdrücklich geweigert, eine Regenbogenfahne am Rathaus zu hissen. Es bleibt zu befürchten, dass sich diese Entwicklung in der Saison 2026 fortsetzt.
Berlin
In Berlin gab es zu drei von vier erfassten CSDs / Prides [6] neonazistische Demonstrationen. Alle (extrem) rechten Demonstrationen anlässlich von CSDs wurden aus dem Spektrum der Jugend Freien Kräfte (Deutsche Jugend Voran, Jung & Stark, Deutsche Patrioten Voran, Berliner Jugend und andere) organisiert und besucht: Bei der Marzahn-Pride mit 1.500 Queers im Osten der Stadt demonstrierten 45 Neonazis, mobilisiert vornehmlich durch die DJV. Die Polizei konnte zwei Neonazis daran hindern, Pride-Teilnehmende auf der Abreise anzugreifen. Gegen die East-Pride in Friedrichshain eine Woche später mobilisierten rund 30 Neonazis, vornehmlich von Jung & Stark. Die ganze Aktion wirkte dilettantisch, desorientiert und unorganisiert, es gab keinerlei Redebeiträge und die Neonazis sahen sich außerdem mit einer antifaschistischen Gegendemonstration konfrontiert.
Von erschreckender Dreistigkeit zeugten die neonazistischen Aufmarschversuche anlässlich des großen Berliner CSD am 26. Juli 2025, an dem rund 500.000 Personen teilnahmen. Hier versammelten sich auf Anmeldung einer jungen Aktivistin unter dem Label Deutsche Patrioten Voran [7] und dem Motto „gegen den CSD-Terror“ zunächst drei bis vier Dutzend Neonazis am Schöneberger Ufer. Darunter befanden sich deutlich mehr weiblich gelesene Neonazis als sonst, . Allerdings hatte die Polizei die Anmelderin und fünf weitere Anreisende bereits vor Veranstaltungsbeginn u.a. wegen Beleidigung und Verstoßes gegen das Sprengstoff- und gegen das Waffengesetz festgesetzt Weitere Ingewahrsamnahmen folgten bei der Kundgebung, die einige der Rechten schnell wieder verließen. Andere verschanzten sich im Kreis hinter ihren selbstbeklebten Transparenten. Viele waren sehr jung, einige mutmaßlich betrunken.[8] Einige Stunden später, als die Festgenommenen wieder frei waren, starteten 19 der selben Neonazis (mutmaßlich DPV, darunter die vorherige Anmelderin) einen neuen spontanen Kundgebungsversuch, der erneut mit Ingewahrsamnahmen endete, ein Polizist wurde verletzt.
Neben den organisierten Demonstrationen wurden Störungen und Beschimpfungen bekannt, u.a. durch einen unbekannten Mann gegen die „behindert und verrückt“-Pride am 5. Juli 2025. Auch beim Berliner CSD gab es Störungen durch Unbekannte, Teilnehmer*innen wurden bedroht, als sie sich auf der Abreise befanden.
Brandenburg
Im Land Brandenburg fanden in der Pridesaison 2025 insgesamt 19 CSDs statt – von kleinen Community-Events mit unter 100 Teilnehmenden wie in Eisenhüttenstadt bis hin zu großen Demos mit weit über 1.000 Personen wie in Eberswalde und Rheinsberg. Nur sieben davon konnten ohne (dokumentierte) Vorfälle stattfinden. Größere Mobilisierungserfolge durch Rechte gab es im vergangenen Jahr nicht, auch körperliche Übergriffe mit Verletzungsfolge an und um CSDs herum gelangen glücklicherweise nicht.
Ähnlich wie bereits im Vorjahr waren in Brandenburg die Online-Mobilisierungen und teils auch das Geschehen vor Ort geprägt von neu entstandenen, größtenteils parteiungebundenen rechten Jugendgruppen wie Deutsche Jugend Voran (DJV) oder Jung & Stark (JS). So meldete die DJV Berlin etwa queerfeindliche Kundgebungen/Demonstrationen gegen die CSDs in Falkensee und Bernau an und beteiligte sich an Aufmärschen in Cottbus und über Brandenburg/Berlin hinaus.
Gleichzeitig war bei vielen CSDs eine vergleichsweise erfolgreiche Abschirmung der CSDs von rechten Versammlungen durch die Polizei zu beobachten, was sicherlich auch dem brutalen Angriff auf das Vielfaltsfest in Bad Freienwalde am 15. Juni 2025 geschuldet war. Dort hatte es mehrere Verletzte gegeben, der Angriff wird Mitgliedern der Jugendorganisation des III. Wegs, der National Revolutionären Jugend (NRJ), zugeschrieben.[9] Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen zeigten sich bereits am darauffolgenden Wochenende beim CSD im nahegelegenen Eberswalde.
Falkensee
Am 5. Juli 2025 fand im knapp hinter der Berliner Stadtgrenze gelegenen Falkensee unter dem Motto „Vielfalt vereint – solidarisch & nie wieder still“ der CSD mit etwa 1.300 Menschen statt. Gegen den CSD mobilisierten die Gruppen Jung & Stark und Chemnitz Revolte zu einem Naziaufmarsch. Etwa 60 Personen kamen nach Falkensee und wurden schon bei der Anreise am Bahnhof von der Polizei empfangen und dann über die gesamte Länge ihrer Demonstration abgeschirmt. Bis auf Versuche einzelner Späher die Auftaktkundgebung des CSD zu beobachten, war beim CSD selbst nichts von der Neonazidemo zu bemerken. Lediglich kleine Grüppchen sehr junger, unbekannter Jugendlicher in szenetypischer Kleidung, getarnt mit einer kleinen Regenbogenfahne, konnten sich vereinzelt ungehindert der Parade nähern. Die Neonazidemo selbst war geprägt von szeneinternen Konflikten der angereisten Gruppen: Die DJV war vorab ausgeladen worden und lief während der Demo mit 18 Personen hinter dem eigentlichen Aufzug hinterher. Der Sprechchor „Keiner mag die DJV“ war mehrmals zu hören.
Während das Frontbanner die Aufschrift „Nein zum CSD!“ trug, waren weitere mitgeführte Transparente deutlich weniger kontextspezifisch und dienten eher der Selbstvergewisserung: „Wir sind das Volk“, „Chemnitz Revolte“, außerdem mehrere Deutschlandfahnen. Auch in den Sprechchören zeigt sich, dass eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem Feindbild „Queer“ abseits von Ablehnung anscheinend kaum stattfindet. Lediglich die umgedichteten Sprüche „Es gibt kein Recht auf Homopropaganda“ und „Alle Schwulen sind Schweine“ wiesen einen thematischen Bezug auf. Der Rest hat entweder eine identitätsstiftende Funktion („Deutsch, sozial und national“) oder verweist darauf, dass Queerness und CSDs von den rechten Demonstrierenden vor allem auch als Teil einer vermeintlichen linken Bedrohung wahrgenommen werden.[10] Die Teilnehmenden des CSD gaben sich unbeeindruckt bis kämpferisch. In Interviews berichteten zwar einige von einem mulmigen Gefühl und einer neuen Sorge um die Sicherheit, aber auch davon, extra wegen der Bedrohung von rechts solidarisch angereist zu sein.
Cottbus

Trotz Regen und Nazidemo gemeinsam auf die Straße – CSD Cottbus (c) Solidarisches Bündnis gegen Rechts Berlin
Am 25. Oktober fand in Cottbus der letzte CSD der Pridesaison 2025 statt. Trotz Regenschauern zogen ca. 1.000 Menschen unter dem Motto „Vereint in Frieden und Vielfalt“ durch die Stadt. Den Sommer über hatte es in der Stadt mehrere Sachbeschädigungen am Kulturzentrum „Bunte Welt“, unter anderem Sitz des „Regenbogenkombinats“, gegeben – abgerissene Regenbogenfahnen, beschmierte Banner. Am 20. Oktober, wenige Tage vor dem CSD, stand schließlich ein Papiercontainer im Hof des Kulturzentrums in Flammen, ein Übergreifen des Feuers auf das Haus konnte durch schnelles Eingreifen glücklicherweise verhindert werden. Die Organisator*innen des CSD sahen einen klaren CSD-Bezug hinter der vermuteten Brandstiftung.[11] Für den Tag selbst hatten die Jungen Nationalisten (JN) sowie ihre Mutterpartei Die Heimat zu einem Aufmarsch aufgerufen. An der Versammlung nahmen ca. 90 Personen überwiegend aus dem Spektrum von JN und Die Heimat, aber auch den neu entstandenen Jugendgruppen Deutsche Jugend Voran (DJV) und Jägertrupp Berlin-Brandenburg teil. Der Aufmarsch verlief zeitlich und räumlich getrennt von der Route des CSD. Insgesamt war der Aufzug von einer aggressiven Stimmung geprägt, mehrmals wurde der Gesang „Zünd die Fahne an!“ (bezogen auf die Prideflag) angestimmt, außerdem schallte der Sprechchor „Wir kriegen euch alle“ durch die Straßen. Zum Abschluss wurde das Deutschlandlied gesungen – mit allen drei Strophen. Die Polizei nahm Anzeigen wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und der Androhung von Straftaten auf. Beim CSD selbst war von dem Aufzug kaum etwas zu bemerken. Deutlich aufgeladener war die Stimmung bei der Abreise, wo die CSD-Teilnehmenden im Cottbuser Bahnhof auf teils stark alkoholisierte Fans von Energie Cottbus und auf einzelne Nazis trafen. Queerfeindliche Sprechchöre hallten durch die Wartehalle, vereinzelt gab es Wortgefechte und Beleidigungen. In der Unterführung filmten zwei jugendliche Nazis die abreisenden Teilnehmenden. Auf die Aufforderung hin, dies zu unterlassen, trat einer der Jugendlichen nach einem CSD-Teilnehmer.
Hamburg – Bremen – Bremerhaven
In den beiden norddeutschen Stadtstaaten gab es drei CSDs, in jeder Stadt einen. In den Stadtstaaten sind die AfD und insgesamt die extreme Rechte im bundesweiten Vergleich sehr schwach, beide werden von einer rot-grünen bzw. rot-rot-grünen Koalition regiert und sind stolz auf ihre lange linksliberale Tradition und Prägung. In Hamburg findet seit Jahren der größte CSD Norddeutschlands statt, mit einer Pride-Veranstaltungswoche drumherum, einer Pride-Meile an der Binnenalster, was auch zu umfassender linker Kritik an der Kommerzialisierung der Veranstaltung führte und führt. 2025 nahmen 160.000 Personen an der CSD-Demo teil. Der CSD in Bremen brachte es auf 30.000, Bremerhaven auf 1.200 Teilnehmer*innen.
Trotz dieser scheinbar idealen Rahmenbedingungen fand keiner dieser drei CSDs ohne Gegendemo oder Störung statt. In Hamburg fand eine Kundgebung der christlich-fundamentalistischen Gruppe „Werde Licht“ in unmittelbarer Nähe des Demo-Endes statt, von denen dann etwa 15 Personen Flyer verteilten. In Bremen ging vor dem CSD ein Drohschreiben ein, in dem für den Fall, dass die Demo stattfindet, angekündigt wurde, dass es „viele Tote geben“ würde. In Bremerhaven wurde die Demo durch Zwischenrufe und Provokationen rechter Gruppen begleitet.
Hessen

Munich Pride 2025 (c) Robert Andreasch
In Hessen verliefen maximal acht von 17 verzeichneten CSDs ohne Störungen, Anfeindungen im Vorfeld oder Gegenaktionen. Insgesamt gab es hier fünf organisierte Aktionen gegen CSDs: in Wetzlar (35 Neonazis), in Bensheim (9 Neonazis), in Friedberg (40 Neonazis) und Aktionen einer Handvoll christlicher FundamentalistInnen in Frankfurt am Main und Wetzlar. Laut Recherchen der Antifa Frankfurt sammelten sich in Friedberg Teilnehmende aus dem extrem rechten sowie verschwörungsideologischen Spektrum. Unter anderem AkteurInnen der Aryan People Resistance, der JN und von Rhein-Main-Steht-Auf hielten eine Kundgebung unter dem Motto „Heimat, Familie und Nation statt CSDs“ ab.[12] Dass sich das Bistum Fulda positiv zum CSD bekannte und der Generalvikar Dr. Martin Stanke sogar ein Grußwort übersandte, sorgte nicht nur für positive Resonanz. Kirche sei, schrieb Stanke, „Teil einer offenen und solidarischen Gesellschaft“. Als Reaktion auf diese Positionierung veröffentlichte der ehemalige katholische Fuldaer Priester Winfried Abel eine Erwiderung, in der er die Prides als „Symptome einer sittlich entfesselten Gesellschaft“ bezeichnete.[13] Bei den CSDs in Frankfurt am Main und in Wetzlar machten christliche FundamentalistInnen der evangelikalen Gruppierung „Werde Licht“ gleichzeitig zu den Prides Aktionen.
Mecklenburg-Vorpommern
In Relation zur Fläche gab es hier die wenigsten CSDs, sechs Stück im ganzen Jahr. Von diesen sechs CSDs wurden fünf gestört, bei vieren gab es dazu noch organisierten rechten Protest, bei dem sich bis auf die AfD alle denkbaren (extrem) rechten Spektren beteiligten. Zudem gab es zu allen CSDs Berichte von flankierenden Pöbeleien und Anfeindungen von Unbekannten aus der lokalen Bevölkerung.
Grevesmühlen
Hier fand am 13. September 2025 eine der bundesweit größten Nazidemonstrationen des Jahres statt. 350 Neonazis trafen auf etwa 1.000 CSD-Teilnehmer*innen. Rechtsextreme hatten zudem im Vorfeld wiederholt versucht, die Organisator*innen einzuschüchtern. Diese Einschüchterungsversuche gingen von feindlichen Posts in den sozialen Medien bis hin zu bedrohlichen Auftritten vor den Wohnungen der Organisator*innen. Die Nazidemo selbst war dominiert von bekannten Kadern des III. Weg und Die Heimat. Anmelder war eine Person aus dem Reichsbürgerspektrum, die technische Infrastruktur stellte eine Person mit Verbindung zu den Hammerskins. Weder JN noch die jugendlichen Freie Kräfte waren mit Transparenten o. ä. vor Ort. Stattdessen erhielt die ältere Generation Unterstützung von Heimat-Kadern aus Neumünster und Bochum. Die Bochumer waren bereits am 8. Mai beim Aufmarsch in Demmin und zwei Wochen vor dem Grevesmühlener CSD bei einer Kleinstdemo gegen die EU in Wismar gemeinsam mit lokalen Aktivisten aufgetreten.
Die Nazidemo wurde räumlich weitgehend vom CSD getrennt. Versuche von einzelnen Neonazis, danach zum CSD zu kommen, wurden von der Polizei verhindert.
Neubrandenburg
In Neubrandenburg demonstrierten laut Polizei 900, laut Veranstalter*innen 2.000 Menschen für queere Sichtbarkeit. Die Polizei meldete anschließend, dass der CSD „störungsfrei“ verlaufen sei. Allerdings hatten sich 25 zumeist minderjährige Neonazis versammelt. Zu der Versammlung war im Vorfeld massiv online mobilisiert worden. Vor allem aber stand der CSD im Vorfeld im Zeichen massiver Spaltung und Polarisierung: Neubrandenburg ist einer der Orte, an dem ein massiver Konflikt um das Hissen der Regenbogenflagge herrscht. Nachdem die Fahne am örtlichen Bahnhof mehrfach gestohlen und einmal durch eine Hakenkreuzflagge ersetzt worden war, beschloss die Stadtvertretung im Oktober 2024 ohne Debatte und auf Antrag eines Abgeordneten der „Stabilen Bürger Neubrandenburg“, die Flagge ganz zu entfernen. Daraufhin trat der parteilose Bürgermeister zurück, sein Nachfolger war Schirmherr des CSD 2025. Ein eigens für die Frage eingesetzter Bürgerrat verabschiedete einen Maßnahmenkatalog, in dem kein Bekenntnis für queeres Leben vorkam. Zudem wurden im Winter 2024/2025 die Scheiben am queeren Zentrum Wiekhaus 46 eingeworfen und Neonazis störten den Winter-CSD.[14]
Niedersachsen
In Niedersachsen gab es keine angemeldete Neonazi-Kundgebung gegen einen CSD. Jedoch versammelte sich in Nordenham rund ein Dutzend Jugendliche, um am Rande des CSDs deutschlandfahnenschwenkend Stimmung gegen die Pride zu machen. Obwohl es keine großangelegten Neonazi-Mobilisierungen gab, kam es zu verschiedenen Störungen während der Prides, Anfeindungen im Vorfeld und sogar zu Körperverletzungen im Verlauf von CSDs. Maximal 19 der 27 Prides verliefen in Niedersachsen ohne Angriffe, Störungen oder Anfeindungen im Vorfeld. In Bramsche wurde die Regenbogenfahne an einer Kirche abgerissen, in Burgdorf wurden im Vorfeld Plakate der Pride zerstört, am Tag der Pride zeigte ein Jugendlicher den Hitlergruß gegen die Demo.[15]
Ein besonders gravierender Angriff ereignete sich nach dem CSD Göttingen: Nach der Pride warf eine Gruppe von Menschen Sprengkörper auf Besucher*innen des CSD-Straßenfestes; drei Personen wurden dadurch verletzt. Der Verein Queeres Göttingen e.V. kritisierte in einer Stellungnahme das Vorgehen der Polizei, die bei der ersten Polizeimeldung den Angriff nicht in Verbindung mit einem queerfeindlichen Motiv gebracht hatte.[16] Nach der Stellungnahme kündigte die Behörde an, den Vorfall zu prüfen. Auch in Emden wurden Menschen nach der Pride verletzt. Ein Pup-Player wurde nach der Pride angegriffen und so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Im Rahmen des Angriffs wurde noch eine weitere Person verletzt, die dem Pup-Player zur Hilfe geeilt war.[17]
Nordrhein-Westfalen
In NRW begann das Jahr 2025 eher bedrückend: mit der Absage der Düsseldorfer Winter Pride im Februar aufgrund eines bedrohlichen Facebook-Kommentars unklaren Hintergrunds. Auch der CSD in Gelsenkirchen am 17. Mai wurde wegen einer abstrakten Bedrohungslage abgesagt. Eine Demonstration zum IDAHOBIT (International Day Against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia) in Mönchengladbach am gleichen Tag wurde auf Anraten der Polizei wegen unspezifischer Drohungen in den sozialen Medien in eine stationäre Kundgebung umgewandelt. Von den ursprünglich angemeldeten 38 CSDs im bevölkerungsreichsten Bundesland konnten im Jahr 2025 also drei erst gar nicht bzw. nicht in geplanter Form stattfinden. In fünf Fällen gab es organisierte Versammlungen, die sich gegen den CSD richteten. In Bielefeld und Remscheid waren christliche FundamentalistInnen an den queerfeindlichen Versammlungen beteiligt, wobei die Kundgebung in Remscheid von Pro Remscheid organisiert wurde und u.a. ein evangelikaler Gemeindevorsteher als Redner auftrat. Mit 60 Beteiligten war dies die größte Anti-CSD-Mobilisierung im Bundesland. In Hückelhoven im Kreis Heinsberg gab es eine unangemeldete Demonstration rechter Jugendlicher, außerdem tauchten Personen aus AfD- sowie Die Heimat-Kreisen auf. In Mönchengladbach traten bei einer Demonstration Rest-NPD und DJV auf. In Bonn demonstrierte die Alternative Deutsche Jugend, die als Nachfolgeorganisation der DJV im Raum Bonn gilt, „Gegen den Genderwahn und Frühsexualisierung“. In Essen wurde eine ursprünglich angekündigte queerfeindliche Demonstration wieder abgesagt.

Auf dem CSD Wolfratshausen (Bayern) (c) Robert Andreasch
Andere Störungen gab es bei insgesamt 19 CSDs – darunter Hasskommentare und Drohungen in den sozialen Medien und den Kommentarspalten von Lokalzeitungen, queerfeindliche Plakate und Schmierereien sowie Störungen am Rand der CSDs durch Beschimpfungen, Abfilmen und Flyer- und Stickeraktionen. In Düren wurde im Vorfeld das Auto der Geschäftsführerin der Fachstelle Sexualität und Vielfalt beschädigt, die Einrichtung mit rechten Zahlencodes beschmiert.[18] Am CSD-Tag selbst wurden Teilnehmende mit Eiern beworfen. In Krefeld flogen Eier auf eine Lokalpolitikerin. In Duisburg warf ein Mann eine Bierflasche nach einem Ordner.
Mönchengladbach
Am 19. Juli 2025 feierte Mönchengladbach mit 1.300 Menschen den größten CSD seiner Stadtgeschichte. Bei einer von der Nationalen Jugend Neuwerk angemeldeten queerfeindlichen Demonstration beteiligten sich 17 Neonazis. Teilnehmende des rechten Aufmarsches versuchten, am Rand der Pride Parade zu stören und provozierten beim Straßenfest. Durch gutes Abschirmen blieb es aber bei verbalen Störungen. In Mönchengladbach blieb der queerfeindliche Aufmarsch nicht unbeantwortet – gleich drei Gegendemonstrationen wurden angemeldet [19], zeitweise wurde sogar versucht, die Aufzugstrecke der Neonazis mit einer Sitzblockade zu verkürzen. Die Nazidemo blieb derweil so klein, dass sie auf dem Bürgersteig bleiben musste.
Insgesamt sind auch in NRW die Vorfälle und involvierten Akteur*innen vielfältig. Neben jugendlichen Neonazis, Strukturen wie Pro Remscheid und christlichen FundamentalistInnen, die geplante Aufmärsche und Kundgebungen abhielten, gab es auch Störungen durch unbekannte Rechte oder gänzlich Unbekannte, durch „ganz normale“ Passant*innen und anonyme Drohungen im Internet. Neben den Störungen am CSD-Tag selbst ist gerade im kleinstädtischen Raum bedrohlich, wie persönlich und nah die Anfeindungen sind: etwa das Organisieren von QueerhasserInnen in lokalen Chatgruppen wie in Erkrath [20], wo Anti-CSD-Plakate einen entsprechenden QR-Code aufwiesen oder Bedrohungen gegen namentlich bekannte Einzelpersonen, z. B. gegen CSD-Organisator*innen, unterstützende Lokalpolitiker*innen oder Mitarbeitende queerer Anlaufstellen. In NRW gab es keinen Anti-CSD-Naziaufmarsch mit hunderten Teilnehmenden, aber es wurde dennoch Angst geschürt, gedroht und provoziert, vielerorts scheinen Beleidigungen auf den Internetseiten von Lokalzeitungen oder direkt auf der Straße weitgehend normalisiert zu sein.
Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz verliefen vier von acht CSDs störungsfrei. Es gab kleine extrem rechte Aufmärsche in Trier, Kaiserslautern und Bingen. In Trier und in Bingen kamen jeweils ganze vier Teilnehmer zu den rechten Kundgebungen der Jungen Patrioten (Jugendorganisation der AfD in Trier) bzw. der Rechten Deutschen Jugend (RDJ) mit einem Anmelder aus dem Saarland.
Kaiserslautern
In Kaiserslautern hingegen kamen am 30. August 2025 immerhin 17 Nazis unter dem Motto „Kinderschutz statt CSD“ zusammen, davon lediglich zwei Frauen. Die überwiegend jungen Nazis konnten vor allem der JN und der Rechten Deutschen Jugend Saar (RDJ) zugerechnet werden. Sie traten mit Deutschlandfahnen, schwarz-weiß-roten Fahnen, White-Power-Zeichen und anderen Szene-Codes auf, riefen Parolen wie „Kriminelle Ausländer raus“ und „Hier marschiert der nationale Widerstand“. Nach einer halben Stunde löste der Veranstalter die Kundgebung auf und die Jugendlichen wurden von der Polizei zum Bahnhof zurückbegleitet. Zudem hatte sich ein antifaschistischer Gegenprotest aus rund 50 Personen zwischen Neonazis und CSD versammelt. Der CSD mit 800 Queers und Unterstützer*innen konnte von der Naziversammlung unbeeinträchtigt stattfinden.
Störungen des CSD wurden lediglich aus Mainz gemeldet, wo mit 10.000 Teilnehmenden der größte CSD des Bundeslandes stattfand. Hier stellte die Polizei Strafanzeigen gegen mehrere Passanten, die den CSD-Teilnehmenden Beleidigungen zuriefen, die Polizei ordnete sie keiner Gruppierung zu und schreibt, sie seien stark alkoholisiert gewesen.
Saarland
Der zentrale CSD der Region SaarLorLux (für Saarland, Lothringen, Luxemburg) in Saarbrücken vermeldete im Jahr 2025 über 10.000 Teilnehmende. Eine Handvoll Neonazis, mutmaßlich aus der Region, ließ sich von einem bekannten jungen Neonazi und Werbung aus Kameradschaftsstrukturen mit dem Motto „Heimat & Tradition statt CSD“ auf die Straße bringen. Insgesamt kamen zu der kurzen Veranstaltung acht neonazistische Jungmänner mit zwei Deutschlandfahnen und eine ältere Frau mit AfD-Fan-Shirt und Deutschland-Russland-Fahne zusammen. Eine Gegendemonstration mit 300 Antifaschist*innen stellte sich zwischen den Naziaufmarsch und den CSD. Nachdem die Neonazis von der Polizei zum Bahnhof geleitet worden waren, schlossen sich die antifaschistischen Gegendemonstrant*innen dem CSD an.
Sachsen
In Sachsen fanden im Jahr 2025 insgesamt 16 CSDs statt, davon allerdings nur drei ohne bekannt gewordene Störungen und rechte Aufmärsche. Dazu zählte der vergleichsweise kleine CSD in Frankenberg mit ca. 30 Teilnehmenden, aber auch die antifaschistisch geprägte Queer Pride Dresden, an der sich etwa 1.700 Personen beteiligten. Auch der CSD in Riesa, wo die AfD noch im Frühjahr ihren Parteitag abgehalten hatte, konnte störungsfrei stattfinden.
Chemnitz, Leipzig, Zittau
Neben dem Auftreten verschiedener Gruppierungen aus dem Spektrum der Jugend Freien Kräfte sowie von Die Heimat und Jungen Nationalisten (JN) tauchte im Zusammenhang mit Störungen und Gegenmobilisierung auch immer wieder der regionale Ableger der Identitären Bewegung (IB), der Sachsengarde, auf. Die Sachsengarde organisierte im Rahmen der rechten Stolzmonat-Kampagne mehrere Kundgebungen, Feste und Wanderungen. In Chemnitz, wo die IB auch über eine Immobilie verfügt, fand im Mai eine Auftaktveranstaltung zum „Stolzmonat“ statt, bei der u.a. Vincenzo Richter als lokaler IB-Kader, Martin Sellner und Maximilian Märkl (Bayern) als Redner auftraten. Einen Monat vor dem CSD veranstaltete die Sachsengarde von dort aus eine Wanderung im Rahmen der Kampagne. Am CSD-Tag inszenierte man sich mit einer Banneraktion. Auch in Leipzig fanden in den Tagen vor und nach dem CSD öffentlichkeitswirksame Aktionen statt. In Zittau gab es eine Flyeraktion von NRJ und III. Weg, in einigen Städten mischten sich Personen aus dem Reichsbürgerspektrum unter die Proteste.
Auffällig waren neben den üblichen Schmierereien und abgerissenen Regenbogenfahnen gleich an mehreren Orten Bedrohungen gegen Gewerbetreibende, die z.B. Plakate oder Flyer für den CSD in ihren Räumlichkeiten platziert hatten.
Bautzen
Nachdem die Stadt Bautzen im Sommer 2024 zu einer Chiffre für eine neue Welle queerfeindlicher Bedrohungen und leider auch zu einem Erfolgsmoment rechter Mobilisierung geworden ist, beteiligten sich am 10. August 2025 überwältigende 4.450 Menschen am CSD unter dem Motto „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch in Bautzen“ sowie unterstützenden Kundgebungen drumherum und setzten so ein deutliches Zeichen. Bereits im Vorfeld des CSDs fanden sich rechte Schmierereien entlang der Route. Der rechte Aufmarsch blieb dann allerdings weit hinter dem rechten Erfolg vom Vorjahr zurück, wo ca. 700 Nazis angereist waren. An einer von der lokalen Jugendgruppe „urbs turrium“ angemeldeten und von JN und Freien Sachsen unterstützten Demonstration reisten 2025 450 Personen, auch aus anderen Bundesländern, an. Mitgeführte Transparente trugen Schriftzüge wie „Mann und Frau – das wahre Fundament des Lebens“ oder „Heimat und Tradition bewahren, Kinder schützen vor dem Genderwahn“. Bei der Kundgebung gab es außerdem einen Auftritt der Rapper Proto und Kavalier aus dem extrem rechten Label Neuer Deutscher Standard (NDS) – der Aufmarsch als Event. Die Demonstration war geprägt von einheizenden Sprechchören („Wir kriegen euch alle!“) und Drohgebärden – auch gegen Pressevertreter*innen, gegen die es aus dem rechten Aufzug heraus mindestens einen tätlichen Angriff gab. Insgesamt wurden gegen Teilnehmende der rechten Demo 18 Ermittlungsverfahren wegen Nötigung, Körperverletzung und Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen eingeleitet.[21] Während der CSD in diesem Jahr durch die Polizei, aber vor allem auch durch unterstützende Kundgebungen besser von den Nazis abgeschirmt wurde, trafen CSD-Teilnehmende im Bautzener Bahnhof und insbesondere auch bei der weiteren Abreise auf Gruppen von Nazis. So kam es nach einem Umstieg in Görlitz zu einem Aufeinandertreffen von CSD-Teilnehmenden und der Berliner DJV im Zug nach Berlin. Ein Angriff konnte durch das beherzte Eingreifen einer Zugbegleiterin verhindert werden, die den Durchgang zwischen den Waggons kurzerhand abschloss. Beim Ausstieg am Berliner Ostkreuz kam es schließlich dennoch zu einem körperlichen Angriff von Neonazis auf zwei mitreisende Journalist*innen. Von Bedrohungen und Beleidigungen berichteten auch Menschen, die in andere Städte abgereist sind.[22]
Sachsen-Anhalt
Im Land Sachsen-Anhalt gab es, wie im Vorjahr, zehn CSDs in der Pridesaison 2025, davon zwei erstmalig. Die Neonazis marschierten gegen drei von zehn CSDs auf, Störungen gab es bei acht CSDs. In Köthen gab es weder eine rechte Demo noch sichtbare Störungen, allerdings vorab und hinterher breite Propaganda und „Berichterstattung“ durch den lokal bestens verankerten III. Weg. Lediglich der CSD Stendal mit 300 Teilnehmenden verlief anscheinend tatsächlich störungsfrei.
Magdeburg
„Höhepunkt“ der Nazimobilisierung war Magdeburg am 23. August, wo die JN / Die Heimat einen Aufmarsch mit dem Titel „Familie, Heimat & Nation – Gegen CSD und Perversion!“ angemeldet hatte. Es kamen rund 350 Neonazis und damit mehr als im Vorjahr nach Magdeburg (2024: 280). Dennoch hatte es im Vorjahr neben Bautzen drei weitere Neonazi-Aufmärsche gegeben, die deutlich mehr als 350 Teilnehmende auf die Straße brachten (Leipzig 2024: 400; Zwickau 2024: 480; Görlitz 2024: 460), Dabei zeichnete sich für Magdeburg 2025 relativ früh ab, dass sich für diesen Aufmarsch neonazistische Prominenz inklusive Musik-Act angekündigt hatte und bundesweit in aktionsorientierten, gewaltbereiten Strukturen mobilisiert wurde. Viele der älteren und neueren Freien Kräfte waren in Gruppen vor Ort [23] und zeigten vermehrt eine Annäherung an die JN und Die Heimat (Ex-NPD). Es traten unter anderem die Multifunktionäre Thorsten Heise (Fretterode, Thüringen, derzeit u.a. stellvertretender Vorsitzender der Partei Die Heimat) und Sven Skoda (Dortmund, Nordrhein-Westfalen, ehemals Vorsitzender der 2025 aufgelösten neonazistischen Splitterpartei Die Rechte) als Redner auf. Beide sind bekannt für erfolgreiche überregionale Vernetzung und ihr jahrelanges sicheres Bewegen zwischen legalen neonazistischen Parteistrukturen und aktionsorientierten Freien Kräften und teils rechtsterrorismusaffinen Gruppen. Publikum, Kleidung und Auftreten unterschied sich wenig von einem NPD-Aufmarsch der 2000er Jahre: Ältere und Jugendliche waren hauptsächlich in schwarzer Sportkleidung mit Szene-T-Shirts gekleidet, Gruppen kamen uniformiert in weinroten JN-T-Shirts; es kamen auch Trommler in weißen Hemden. Dazu rief man die bekannten Parolen „Straße frei der Deutschen Jugend“, „Hier marschiert der nationale Widerstand“ und gegenüber Gegendemonstrant*innen und CSD „Ohne Polizeischutz wärt ihr gar nicht hier“. Rund 100 Antifaschist*innen vom Bündnis Solidarisches Magdeburg und Omas gegen Rechts [24] kamen zu einer Kundgebung gegen den Naziaufmarsch zusammen. Der CSD mit seinen 2.700 Teilnehmenden, dessen Schirmfrau die Magdeburger Bürgermeisterin Simone Borris (parteilos) ist, verlief laut Polizei weitestgehend störungsfrei.
Wernigerode, Dessau, Naumburg

CSD in Wernigerode, Quelle: Nico Kuhn nico-kuhn.org
Anders, aber ebenso symptomatisch, verliefen die CSDs in den sachsen-anhaltinischen kleineren Städten: Oftmals gab es Drohungen im Vor- und Umfeld. In Wernigerode prahlte ein junger Mann in einer Kneipe damit, dass er eine Waffe und „70 Schuss Munition“ für den CSD habe. Bei den meisten CSDs gab es Beleidigungen am Rand, queerfeindliche Schmierereien, Hitlergrüße und in Dessau einen körperlichen Angriff auf die CSD-Leitung durch drei Spieler des örtlichen Fußballclubs. Auch in Naumburg braute sich eine bedrohliche, feindliche Stimmung zusammen mit einem rechten Streamer, vereinzelten pöbelnden Neonazis und Schwurblern, einem Eier- und einem Flaschenwurf. In der Presse heißt es, der CSD sei störungsfrei verlaufen.
Zwei sachsen-anhaltinische CSDs fanden dieses Jahr gar nicht statt, mindestens einer davon wegen Ressourcenmangel. Mehr notwendige Sicherheitsvorkehrungen, wenig sichtbare Unterstützung durch lokale Politik, Wirtschaft und Verwaltung und eine AfD, die derzeit bei fast 40 Prozent liegt. Hinzu kommen interne Konflikte in der queeren Community im Land. Während auf der Oberfläche wirklich skandalöse Schikanen um Infrastruktur und Auflagen durch die lokalen Behörden sichtbar sind (v.a. in Köthen und Schönebeck), spielen sich im Hintergrund interne Konkurrenz, feindliche Übernahmeversuche, politische Richtungsstreits und mutmaßlich auch finanzielle Veruntreuung im CSD-Landesverband [25] ab. In Sachsen-Anhalt ist die Gesamtgemengelage schwierig, und dennoch gab es 2025 zwei neue Mitglieder in der CSD-Familie: Merseburg mit 300 Teilnehmenden und Wittenberg mit 500 Teilnehmenden -– trotz Neonazi-Aufmarschs.
Schleswig-Holstein
Ein friedliches, ruhiges kleines Bundesland, in dem aber Neumünster liegt. Die AfD scheiterte bei der letzten Wahl zum Landesparlament an der 5-Prozent–Hürde. Jedoch gibt es immer wieder auch langfristig angelegte rechte Kampagnen zur Raumnahme in einzelnen Orten, so seit 2023 in Bargteheide im Kreis Stormarn, und aufgrund der ländlichen Struktur werden viele rechte Aktivitäten kaum überregional sichtbar. In Schleswig-Holstein fanden 16 CSDs statt, darunter einer, gegen den es eine rechte Demo gab, und vier, die gestört wurden. In drei Fällen geschahen die Störungen im Vorfeld und reichten von verbrannten Pride-Fahnen bis hin zu Bedrohungen der Organisator*innen, von denen einige lieber anonym bleiben wollten. Aufgrund der oft relativ geringen Anzahl von CSD-Teilnehmenden besteht auch hier schnell die Gefahr, einen Kipppunkt zu erreichen.
Neumünster
Auch die bekannte Neonazi-Szene in Neumünster ließ es sich nicht nehmen, gegen den CSD zu demonstrieren. 25 Neonazis kamen auf 500 CSD-Teilnehmende. Optisch dominiert war die Veranstaltung von Die Heimat- und JN-Transparenten und T-Shirts. Vier oder fünf Frauen waren dabei. Am Rande des CSD wurden zudem vereinzelt Leute beschimpft, die Regenbogenfähnchen verteilten.
Quickborn
Eine Kleinstadt im Hamburger Speckgürtel mit S-Bahn-Anbindung: Über diesen ersten CSD in Quickborn ist nicht viel in Erfahrung zu bringen – die Organisator*innen wollen anonym bleiben. Im Vorfeld wurden CSD-Plakate entfernt und Nazi-Sticker angebracht. Im Nachgang brachte die FDP eine Resolution in den Kreistag ein, in der sie behauptete, dass am CSD eine Antifagruppe teilgenommen habe, die aggressiv und bedrohlich aufgetreten sei und Polizeikräfte angegriffen habe. Die Resolution wurde nicht angenommen, später zog die FDP die Behauptung von Angriffen zurück.
Thüringen
In Thüringen versammelten sich 2025 anlässlich von drei der insgesamt zwölf CSDs [26] Neonazis und andere (extrem) Rechte zu zwei angemeldeten Demonstrationen (Sonneberg und Ilmenau) und einer nicht angemeldeten Versammlung (Nordhausen). Bei neun der zwölf CSDs gab es Störungen, die manchmal auch nah an einer unangemeldeten Versammlung waren und teilweise ein beunruhigen Kräfteverhältnis zeigten.
Ilmenau

Gegen den CSD in Ilmenau (Thüringen) versammelte sich eine seltsame Mischung von Wutbürgern mit Bannern und Thüringenfahnen, Verschwörungsschwurbels mit kryptischen Pappschildern, Neonazihools in Naziklamotten und ressentimentgeladenen Passant*innen. (c) Queerantifa Thüringen
Die größte angemeldete (extrem) rechte Demonstration im Land fand am 14. September 2025 in Ilmenau statt. Hier standen 55 Teilnehmende unter dem Motto „Familie, Heimat und Nation“ 400 Teilnehmenden des CSD gegenüber, ein gefährliches Kräfteverhältnis. Es waren quasi keine Mitglieder organisierter rechter Gruppen erkennbar, die Demonstrant*innen ließen sich, wenn überhaupt, der AfD, dem AfD-Umfeld und dem Spektrum der Reichsbürger und Corona-Leugner zuordnen. Es gab einige Deutschland- und Thüringen-Fahnen sowie viele selbstgeschriebene Schilder mit teils wirren Sprüchen wie „Die Welt steht Kopf und euch jucken bunte Federn am Arsch“. Schilder wie „Ich bin nicht homo-feindlich, meine Lieblingslesbe ist Alice“ und „Hände weg von unseren Kindern“ zeigen, dass sich dominante homo- und transfeindliche Diskurse hier eins zu eins in eine ressentimentgeladene, verschwörungsideologische Ablehnung des CSD übersetzen. Bezeichnenderweise hatte sich diese Demonstration im Gegensatz zu vielen anderen Aufmärschen genau nicht unter der Federführung der Ex-NPD oder anderer etablierter Strukturen formiert. Dass sich die Stimmung in Ilmenau aggressiv feindlich äußern würde, war schon vorab zu befürchten: Nach der Ankündigung, dass es den ersten lokalen CSD geben wird, gab es ein Protestschreiben der AfD. Demokratische Lokalpolitiker*innen antworteten mit Solidaritätserklärungen für den CSD. Um den CSD herum gab es außerdem ein entwendetes und zerstörtes Plakat, Störversuche und Platzverweise. Die Polizei bezeichnete den CSD dennoch als „grundsätzlich störungsfrei“.
Suhl
Das Szenario in Suhl war anders, aber nicht weniger bedrohlich: Auch in Suhl fand 2025 erstmalig ein CSD statt, am 30. August kamen 350 Queers und Unterstützer*innen unter dem Motto „Vielfalt ist unsere Stärke“ zusammen. Auch hier gab es Drohungen und Angriffe im Vorfeld, z.B. gegen einen Kioskbetreiber migrantischer Herkunft, der ein CSD-Plakat aushängen hatte. Am Tag des CSD gab es keine angemeldete rechte Demonstration, aber es sammelten sich immer wieder kleinere Gruppen von Neonazis am Rand und versuchten zu stören. Die QueerAntifa Thüringen geht davon aus, dass insgesamt 60 bis 70 (extreme) Rechte unkoordiniert unterwegs waren, um zu schauen, wo sie provozieren, stören oder angreifen können. Hinzu kamen weitere „Schaulustige“, die ihre Missgunst zeigten, ein Hitlergruß, eine gestohlene Pridefahne, zwei am Rand protestierende Christen und ein bekannter Neonazi-Kader, der mit seinem Auto am CSD vorbeifuhr. Laut Polizei verliefen Fest und CSD-Umzug „ohne größere Vorfälle“.

In Suhl bewegten sich 60-70 Nazis und viele feindlich gesinnten Anwohnende frei um den kraftvollen, erstmaligen und fröhlichen CSD herum, den die Polizei auch unter eine nicht abgesicherte Brücke durchleitete. (c) Queerantifa Thüringen
Aus den Städten Gera, Pößneck, Jena, Nordhausen und Mühlhausen werden ähnliche Gemengelagen und Störungen wie in Suhl berichtet: Oft streunten jeweils mehrere Dutzend Neonazis in Kleingruppen um den CSD herum, posierten mit Reichskriegsfahne. Einzelne Personen, darunter auch AfD-Abgeordnete, filmten und fotografierten die CSD-Teilnehmenden ab und schufen ein massives Bedrohungsszenario. Die QueerAntifa Thüringen, die 2025 Jahr einen Großteil der CSDs in Thüringen und die damit verknüpften rechten Aktivitäten dokumentierte [27], identifiziert die StörerInnen an den unterschiedlichen Orten u.a. als Mitglieder der Gerschen Jugend, der Nationalen Sozialisten Gera, als Neonazis mit T-Shirts mit dem Aufdruck „Division Thüringen“, aber auch als Mitglieder und Umfeld der AfD. Sehr viele der Kleingruppen wirkten wie unorganisierte, oftmals auch minderjährige Mitglieder der lokalen neonazistischen Szene und ihres Nachwuchsumfelds, selten waren weibliche Jugendliche dabei. Gleichzeitig gab es auch aus diesen unkoordiniert wirkenden Strukturen heraus Späher um den CSD herum und Fotografen, die die CSD-Teilnehmenden gezielt abfotografierten.
Während 2025 fünf CSDs in Thüringen erstmalig stattfanden, gab es auch mindestens zwei CSDs, die 2025 ausfielen, auch mit Hinweis auf Ressourcenmangel und den gestiegenen Sicherheitsbedarf.
Hinweise zu den Daten
Legende zu den Grafiken
AfD – umfasst AfD, Junge Alternative und Generation Deutschland
Heimat – umfasst Die Heimat und NPD
JN – Junge Nationalisten (Jugendorganisation von Die Heimat)
3.Weg – Alle Strukturen der Kleinstpartei Der III. Weg, inklusive Nationalrevolutionäre Jugend
„Fundis“ – christliche FundamentalistInnen, z. B. Werde Licht, Christkönigtum, „Tradition, Familie, Privateigentum“ (TFP)
„Schwurbel“ – VerschwörungsideologInnen“, z. B. Team Menschenrechte, Reichsbürger, Corona-LeugnerInnen u.ä.
Etablierte FK – Etablierte Freie Kräfte, z. B. Identitäre Bewegung, Division Schwerin, Kameradschaftsstrukturen
Jugend FK – die „neuen“, jugendlichen Freien Kräfte, deren erstes Erscheinen nicht vor 2023/2024 war und die keiner Partei zugehören, z. B. Der Störtrupp (DST), Jung & Stark, Deutsche Jugend Voran, Pforzheimrevolte
Einordnung rechter Akteure
Als „Beteiligte“ werden hier maximal drei Kategorien genannt, denen wir die die Akteure gruppen- oder spektrenweise zuordnen. Die Zuordnung erfolgt, wenn die Beteiligten durch die Anmeldung der Versammlung, organisierte Mobilisierung, Auftreten in Uniformierung bzw. kollektiv getragener Bekleidung mit Partei- oder Gruppenzugehörigkeit oder anderweitig erkennbares Auftreten als Mitglieder dieser Kategorie in Erscheinung getreten sind. Das heißt weder, dass eine rechte Versammlung ausschließlich aus Teilnehmenden aus diesen genannten Spektren bestand, noch dass wir alle Versammlungsteilnehmenden zuordnen konnten.
Verwendete Quellen
Die für unsere Kategorisierung aber auch die gesamte Analyse verwendeten Quellen sind Berichte in der überregionalen und lokalen Presse, Polizeimeldungen, Chroniken zivilgesellschaftlicher Monitoringstrukturen wie Opferberatungsstellen und Mobile Beratungsteams, parlamentarische Anfragen (insbesondere der Partei Die Linke, insbesondere in Sachsen), Berichte von zivilgesellschaftlichen, queeren und antifaschistischen Organisationen und Einzelpersonen, Bildstrecken und Berichte von antifaschistischen Journalist*innen, vereinzelt auch Publikationen und Social-Media-Auftritte (extrem) rechter Akteure selbst und vor allem Befragungen der CSD-Beteiligten und eigene Beobachtungen vor Ort. Wir danken insbesondere allen aktivistischen und ehrenamtlich arbeitenden Quellen und Freund*innen für ihre unschätzbar wertvolle Arbeit und unseren solidarischen Austausch.
Die hier veröffentlichten Zahlen sind unter Vorbehalt: Teilweise sind veröffentlichte Zahlen und Informationen widersprüchlich, in einigen Fällen entsprechen auch unsere Zahlen nicht mehr dem aktuell verfügbaren Wissensstand, da beispielsweise Vorfälle erst später (öffentlich) bekannt wurden.
Für Korrekturen, Anmerkungen, Fragen und Austausch sind wir erreichbar unter ak_fein@riseup.net.
[1] CEMAS (2025): Keine Entwarnung: Rechtsextreme Anti-CSD-Aufmärsche zwischen Fragmentierung und Kontinuität. Online: https://cemas.io/publikationen/keine-entwarnung/
[2] Dieses Erleben spiegelt sich auch in einer Befragung des Kulturbüros Sachsen zum Sicherheitsempfinden von CSD-Teilnehmenden wieder. Siehe: Kulturbüro Sachsen (2025): Sichtbarkeit und Sicherheit – Die Auswirkungen rechter Gegenmobilisierungen auf Pride Teilnehmende in Sachsen. Broschüre zum Download: https://kulturbuero-sachsen.de/neue-broschuere-sichtbarkeit-und-sicherheit/
[3] Da es die Annahme einer Zweigeschlechterordnung christlich-fundamentalistischen und extrem rechten Weltbildern inhärent ist und hier keine Vielfalt eingeschrieben werden soll, die von den AkteurInnen radikal abgelehnt wird, werden AnhängerInnen extrem rechter und/oder christlich-fundamentalistischer Zusammenhänge in diesem Text abweichend von unserer sonstigen Schreibweise mit dem Binnen-I gegendert.
[4] Queer.de (15.06.2025): Die neue Normalität: Neonazi-Proteste gegen CSD. Online: https://www.queer.de/detail.php?article_id=53941
[5] Badische Zeitung (30.05.2025): Emmendingen wirbt mit LGBTQIA+-Veranstaltungen für Vielfalt – ohne Dragperformerin. Online: https://www.badische-zeitung.de/emmendingen-wirbt-mit-lgbtqia-veranstaltungen-fuer-vielfalt-ohne-dragperformerin
[6] Wir haben hier nicht alle alternativen CSDs und Prides wie beispielsweise den Dyke*march oder die INTA*-Pride aufgenommen.
[7] Antifa Berlin (17.12.2025): Schwach begonnen – stark nachgelassen – Die Neonazitruppe „Deutsche Patrioten voran“. Online: https://antifa-berlin.info/recherche/1875-recherche-1-schwach-begonnen—stark-nachgelassen—die-neonazitruppe-deutsche-patrioten-voran
[8] Berlin gegen Nazis (o. D.): Kleiner rechtsextremer Aufmarsch gegen CSD Berlin kaum wahrnehmbar. Online: https://berlin-gegen-nazis.de/kleiner-rechtsextremer-aufmarsch-gegen-csd-berlin-kaum-wahrnehmbar/; Der Tagesspiegel (27.07.2025): Sechs Festnahmen schon bei der Anreise: 400 Neonazis wollten gegen CSD Berlin demonstrieren – es kamen ein paar Dutzend. Online: https://www.tagesspiegel.de/berlin/sechs-festnahmen-schon-bei-der-anreise-400-neonazis-wollten-gegen-csd-berlin-demonstrieren–es-kamen-ein-paar-dutzend-14090291.html
[9] taz (15.06.2025): Rechter Angriff in Brandenburg. Mindestens zwei Menschen verletzt. Online: https://taz.de/Rechter-Angriff-in-Brandenburg-/!6094093/
[10] Zum Beispiel „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ und „Hasta la vista, antifascista“; democ (17.07.2025): Junge Neonazis demonstrieren gegen CSD in Falkensee. Video: https://www.youtube.com/watch?v=dGXGUtcdQ3o
[11] rbb24 (21.10.2025): Staatsschutz ermittelt wegen brennendem Müllcontainer an Regenbogenkombinat. Online: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/10/brandenburg-cottbus-brand-regenkombinat.html
[12] Antifa Frankfurt (26.08.2025): Neonazikundgebung gegen den CSD in Friedberg. Online: https://www.antifa-frankfurt.org/2025/08/26/neonazi-kundgebung-gegen-den-csd-in-friedberg/
[13] Kath.net (18.07.2025): „In diesem Bistum möchte ich nicht mehr Priester sein!“. Online: https://www.kath.net/print/88015
[14] Eine Chronologie der Ereignisse: Katapult MV (31.07.2025): Wie bunt darf Neubrandenburg sein? Online: https://katapult-mv.de/artikel/wie-bunt-darf-neubrandenburg-sein/.
[15] Hannoversche Allgemeine (24.05.2025): Burgdorf ist bunt: Knapp 300 Menschen setzen beim CSD ein Zeichen. Online: https://www.haz.de/lokales/umland/burgdorf/csd-in-burgdorf-knapp-300-menschen-setzen-zeichen-fuer-toleranz-und-vielfalt-JXL5L7BGYRCXTAZKIVYASGFJCM.html
[16] Queeres Zentrum Göttingen (21.08.2025): Stellungnahme: Verurteilung des queerfeindlichen Angriffs im Rahmen des CSD Göttingen und Kritik am Vorgehen der Polizei. Online: https://queeres-zentrum-goettingen.de/2025/08/21/stellungnahme-verurteilung-des-queerfeindlichen-angriffs-im-rahmen-des-csd-goettingen-und-kritik-am-vorgehen-der-polizei/
[17] Queer.de (16. Juni 2025): Puppy aus Hamburg nach CSD Emden zusammengeschlagen. Online: https://www.queer.de/detail.php?article_id=53947 Pup-Play (auch Puppyplay) ist Bestandteil der queeren Fetisch-Szene. Im Rollenspiel übernehmen Erwachsene einvernehmlich Rollen von Hunden oder Welpen (puppy).
[18] Instagram-Profil der Fachstelle Sexualität und Vielfalt e. V.: https://www.instagram.com/fachstelle_sv/
[19] Rheinische Post (21.07.2025): „Unglaublich“ – beste Stimmung und Rekordbeteiligung beim CSD in Gladbach. Online: https://rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/csd-2025-in-moenchengladbach-mit-teilnehmerrekord-und-guter-stimmung_aid-131093463
[20] Blaulicht NRW (24.06.2025): Facebook-Post: https://www.facebook.com/BlaulichtRheinNRW/posts/-aktuell-erkrath-wehrt-euch-gegen-den-csd-erkrath-polizei-pr%C3%BCft-strafrechtliche-/1021625960174411/
[21] Democ (30.08.2025): Neonazis demonstrieren gegen CSD in Bautzen. Video: https://www.youtube.com/watch?v=Y-eIHz5y2C0.
[22] Taz (13.08.2025): Polizei will nicht vor Nazis schützen. Online: https://taz.de/Rueckreise-vom-CSD-Bautzen/!6103145/
[23] Das Pixelarchiv nennt Deutsche Jugend Voran (DJV), Der Störtrupp (DST) und Racial Power Germany (RPG), auf den Bildern zeigen sich außerdem Elbjugend Magdeburg, Bruderschaft C-60, Kampf der Nibelungen-Merch und
[24] Omas gegen rechts Hildesheim (23.08.2025): Gegen-Gegen-CSD-Demo in Magdeburg. Online: https://omasgegenrechts-hildesheim.org/23-08-2025-csd-magdeburg
[25] transit-magazin (02.03.2026): Ein CSD-Verband, viele Konflikte. Online: https://transit-magazin.de/ein-csd-verband-viele-konflikte/
[26] Diese Zahl ist nicht korrekt, konnte aber in der Gesamtzahl nicht mehr angeglichen werden: Nicht erfasst haben wir stattgefundene Störungen der beiden CSDs in Erfurt und Jena, die die Queerantifa Thüringen meldete. Mitgezählt ist auch der (vermutlich störungsfreie) Dyke*March in Weimar am 14. Juni 2025, zu dem es allerdings fast keine Infos gibt. Wir empfehlen die lesenswerte Auswertung der QueerAntifa Thüringen (11.12.2025): Normalisierung der Bedrohung. Online: https://queerantifath.noblogs.org/post/2025/12/11/normalisierung-der-bedrohung/
[27] QueerAntifa Thüringen (fortlaufend), Website: https://queerantifath.noblogs.org
Letzter Zugriff Onlinequellen: 17.04.2026