Vor drei Jahren: Die mündliche Urteilsverkündung im ersten NSU-Prozess. Linksammlung.

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„Dieses Urteil ist ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen!“ schrieben wir, als in am 11. Juli 2018 nach 438 Verhandlungstagen das mündliche Urteil im ersten -Prozess verkündet wurde. Kein Wort des Mitgefühls verlor der Vorsitzende Richter in Richtung der Angehörigen und Überlebenden. Institutioneller , die gegen die Betroffenen gerichteten der Polizei, die Verantwortung des Verfassungsschutzes – nichts davon wurde im Urteil thematisiert. Stattdessen konnten am Ende des Tages die Neonazis applaudieren, weil ihre „Kameraden“ mit vergleichsweise geringen Strafen davon kamen und einer gar sofort aus der U-Haft entlassen wurde. Nach dem Richterspruch schrieben wir: „Das Urteil und seine Begründung waren eine Einladung an die terroristische Neonaziszene: Sie können nahezu straffrei dort weitermachen, wo der NSU 2011 aufgehört hat.“ Drei Jahre später sind Walter Lübcke, Jana L. und Kevin S., Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov tot. Gemeinsam mit den Angehörigen der vom NSU Ermordeten und den Überlebenden gingen wir 2018 auf die Straße. Wir fordern und versprechen bis heute: Kein Schlussstrich unter den NSU-Komplex und unter rechten Terror!

Wir haben für einen Rückblick auf diesen Tag Material zusammengestellt.

Statement: NSU-Watch: „Dieses Urteil ist ein Schlag ins Gesicht für die Angehörigen der vom NSU Ermordeten und die Überlebenden des NSU-Terrors.“

Redebeitrag: „Wir werden nicht aufhören, um die Antworten zu kämpfen.“

11.07.2018 Presseerklärung von Nebenklagevertreter*innen zum Ende des NSU-Verfahrens: Wut über das Urteil im NSU-Prozess

Podcast: NSU-Watch: Aufklären & Einmischen #13 – Die Urteilsverkündung im ersten NSU-Prozess

Fotostrecke: Über 10.000 Menschen fordern und versprechen: Kein Schlussstrich!

Artikel: Abhaken statt aufklären – Das Urteil im NSU-Prozess soll die unhaltbare Trio-These zementieren

Das schriftliche Urteil

Presseerklärung: Ein Mahnmal des Versagens des Rechtsstaates

Erklärung von Elif Kubaşık, der Witwe des am 4. April 2006 ermordeten Mehmet Kubaşık, zum Urteil des Oberlandesgerichts München

Statement zum schriftlichen Urteil: „Das Wartenlassen auf das schriftliche Urteil im NSU-Prozess hat Aufklärung verhindert.“